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Aufräumarbeiten nach ICE-Brand

Bahnstrecke Frankfurt-Köln bleibt gesperrt

Nach dem Brand eines ICE-Zugs hat die Bergung des zerstörten Waggons begonnen. Die Strecke bleibt noch voraussichtlich bis Ende der Woche gesperrt - Reisende müssen sich auf Verspätungen einstellen.

DPA

Ausgebrannter ICE-Waggon

Sonntag, 14.10.2018   17:28 Uhr

Knapp zwei Tage nach dem Brand eines ICE-Fernzugs auf der Schnellstrecke Frankfurt-Köln sind in der Nacht zum Sonntag erste Teile der beschädigten Wagen abtransportiert worden. Die Arbeiten sollten nach Angaben der Bahn möglichst im Laufe des Tages abgeschlossen werden.

Bahnreisende müssen sich aber weiterhin auf Einschränkungen einstellen: "Wir gehen davon aus, dass die Strecke bis Ende kommender Woche gesperrt bleiben wird", sagte eine Sprecherin. Zunächst seien auf der Strecke Aufräumarbeiten mit schwerem Gerät notwendig gewesen, damit die Bahn die Schäden an Gleisen, Signaltechnik und Oberleitung analysieren konnte.

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ICE-Brand: Vom Waggon ist wenig übrig

Das Feuer in dem Schnellzug war am Freitagmorgen bei Dierdorf in der Nähe von Neuwied in Rheinland-Pfalz ausgebrochen. 510 Passagiere wurden aus dem stehenden Zug gebracht. Fünf Menschen erlitten nach Polizeiangaben leichte Verletzungen.

Auslöser des Brandes war nach ersten Erkenntnissen der Bundespolizei ein technischer Defekt. Eine Fremdeinwirkung wurde ausgeschlossen. Die Ermittlungen zur genauen Ursache könnten nach Angaben der Deutschen Bahn noch mehrere Wochen dauern.

Die Züge werden zur Zeit zwischen Köln und Frankfurt über Koblenz und Mainz umgeleitet und fahren daher bis zu 80 Minuten länger. Einige Halte entfallen ganz. Ab Montag will die Bahn nach eigenen Angaben zusätzliche Züge zwischen Montabaur, Limburg/Süd, Frankfurt Flughafen und Frankfurt am Main/Hauptbahnhof einsetzen. Reisende sollen sich vor der Fahrt auf der Website der Bahn oder in der App über ihre Verbindung informieren.

Reisende des ICE 511 bekommen ihren Ticketpreis von der Bahn komplett erstattet. Außerdem wolle das Unternehmen für beschädigtes Gepäck aufkommen, hieß es.

Der FDP-Bundestagsabgeordnete Christian Jung forderte indes, die Bahn und die Bundesregierung müssten nun "schon vor den Ermittlungsergebnissen der Brandexperten aufklären, warum offenbar nicht alle in Deutschland verkehrenden ICE mit einem optimalen Brandschutz und Brandschutzmeldern ausgerüstet sind".

Der Unfall zeige aber auch, "dass durch ein solches Ereignis ein Großteil der Bahn-Infrastruktur lahmgelegt wird und dadurch neben dem Personenverkehr auch der Güterverkehr wegen fehlender und funktionierender Ausweichstrecken zum Erliegen kommen kann, wie wir dies schon 2017 bei der Tunnelhavarie in Rastatt-Niederbühl und der langen Sperrung der Rheintalbahn gesehen haben", sagte der Berichterstatter der FDP-Fraktion für Bahninfrastruktur.

kry/dpa

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