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Panorama

Unglück bei Moskau

Vereiste Sensoren könnten zu Absturz von Jet geführt haben

Ermittler haben für den Flugzeugabsturz nahe Moskau erste Erklärungen vorgelegt. Eine eingefrorene Anzeige soll zum Unglück beigetragen haben - womöglich weil die Piloten Heizsysteme nicht anstellten.

Uncredited/Russian Ministry for Emergency Situations/AP/dpa

Rettungskräfte am Unglücksort

Dienstag, 13.02.2018   16:37 Uhr

Vereiste Instrumente könnten ersten Ermittlungen zufolge den Absturz eines russischen Flugzeugs mit 71 Todesopfern verursacht haben. Eine vorläufige Analyse der Flugschreiber habe ergeben, dass die Piloten womöglich "falsche Daten über die Fluggeschwindigkeit" erhielten, teilte die Flugaufsicht in Moskau mit.

Weil die Sensoren vereist gewesen seien, hätten sie keine korrekten Daten weiterleiten können, berichtete die Agentur Interfax. Laut Nachrichtenagentur AP könnte ein Pilotenfehler zum Vereisen der Instrumente geführt haben.

Die Heizung für die Messgeräte sei von der Crew nicht angestellt gewesen, hieß es. Eine Bestätigung hierfür gibt es bislang nicht. Bei den letzten 15 Flügen sei die Heizung korrekt eingeschaltet gewesen, teilte das Überstaatliche Luftfahrtkomitee MAK mit.

Suche nach Opfern und Wrackteilen geht weiter

Die Antonow-148 der russischen Saratow Airlines war am Sonntag wenige Minuten nach dem Start nahe dem Moskauer Flughafen Domodedowo abgestürzt . Keiner der 65 Passagiere überlebte das Unglück. Auch die sechs Crewmitglieder starben.

Das Flugzeug zerschellte auf einem Feld im Bezirk Ramenskoje. Es war unterwegs in die Stadt Orsk, die rund 1500 Kilometer von Moskau entfernt nahe der Grenze zu Kasachstan liegt.

Das Staatsfernsehen zeigte wackelige Bilder von kleinen und großen Trümmerteilen. Sie lagen über weite Strecken im tiefen Schnee auf einer Ebene verteilt. An der Absturzstelle suchen Rettungsmannschaften weiter nach den Opfern und nach Wrackteilen.

"Bislang sind 1580 Teile gesichtet worden, darunter die Triebwerke der Maschine", sagte ein Sprecher des regionalen Katastrophenschutzes der Agentur Interfax. Zur Suche wurden etwa 1000 Personen und 200 Fahrzeuge eingesetzt.

Video: Der Absturz der Antonow-148 nahe Moskau

Foto: REUTERS

Seit 2010 soll es laut der Nachrichtenagentur Tass in Russland zehn schwere Unglücke ziviler Verkehrsmaschinen mit insgesamt mehr als 420 Todesopfern gegeben haben.

apr/dpa/AP/AFP

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