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Panorama

Schneemassen in den Alpen

Lawine trifft Hotel, Dutzende Orte eingeschneit

In Österreich sind wegen des anhaltenden Schneefalls mehr als 180 Straßen gesperrt. Im Allgäu hat eine Lawine ein Hotel getroffen, verletzt wurde niemand. Die Lawinengefahr steigt weiter.

DPA
Montag, 14.01.2019   10:32 Uhr

Im Alpenraum haben die weiterhin kräftigen Schneefälle zahlreiche Menschen von der Außenwelt abgeschnitten. In Österreich seien mehr als 180 Straßen gesperrt worden, teilte der Sender ORF mit. Mindestens ein Dutzend Orte waren nicht erreichbar. Die Lawinengefahr ist in einigen Regionen im Vergleich zum Wochenende wieder angestiegen.

Bereits am Sonntag waren allein im Bundesland Salzburg rund 17.000 Menschen eingeschneit. Wie die Behörden berichteten, wurde am Sonntagabend auch die Straße nach Obertauern wegen Lawinengefahr gesperrt.

Innenminister Seehofer reist in die bayerischen Alpen

In den Bundesländern Vorarlberg und Tirol wurde die höchste Warnstufe ausgerufen. In den Vorarlberger Gebieten mit sehr großer Lawinengefahr kamen bis zum Morgen 65 bis 100 Zentimeter Neuschnee zusammen. Es wurden noch weitere 30 bis 50 Zentimeter Neuschnee erwartet.

Die Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik ging zudem davon aus, dass es in Tirol und Vorarlberg gebietsweise bis zu fünf Grad warm werden könnte. "Mit der Erwärmung steigt die Auslösebereitschaft von spontanen trockenen Lawinen vor allem in mittleren und hohen Lagen deutlich an", heißt es im Lagebericht des Lawinenwarndienstes. Auch im Gebiet Hohe Tauern im Land Salzburg gilt die höchste Lawinenwarnstufe.

In Bayern traf am Morgen eine Lawine ein Hotel im Winterskiort Balderschwang. Verletzt wurde von den Schneemassen laut einem Polizeisprecher niemand. Die Lawine mit einer Breite von 300 Metern drückte Fenster des Hotels ein, Schnee drang ins Gebäude ein.

Bäche und Flüsse in Süddeutschland treten über die Ufer

Für die bayerischen Alpen gilt die zweithöchste Lawinenwarnstufe. Die Zufahrt zur Gemeinde Balderschwang ist wegen der Gefahr von Abgängen seit Sonntag gesperrt. Rund 1300 Menschen sitzen in dem Skiort fest. Am späten Sonntagabend hatte eine Lawine Teile der Bundesstraße 305 im Landkreis Berchtesgadener Land verschüttet. Verletzt wurde niemand, der Streckenabschnitt wurde gesperrt.

Markus Leitner/BRK BGL/dpa

Lawinenabgang auf der B305

Bundesinnenminister Horst Seehofer will sich am Mittag ein Bild von dem seit Tagen andauernden Schneechaos in den bayerischen Alpen machen. Der CSU-Politiker besucht Helfer und Einsatzkräfte in Berchtesgaden und Neukirchen am Teisenberg.

In Niederbayern entspannte sich in der Nacht hingegen die Lage: Die Zufahrtsstraßen zum Wintersportort Sankt Englmar bei Straubing sind wieder offen. Das Landratsamt gab um fünf Uhr die Zufahrtsstraßen frei, nachdem mehrere Forstmaschinen die durch Schneelast umgestürzten Bäume von der Fahrbahn geräumt und Schnee von den Bäumen geschüttelt hatten. Die Lifte im Skigebiet, Langlaufloipen und Wanderwege bleiben aber bis auf Weiteres geschlossen.

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Winter: Schneemassen in den Alpen

Mehrere Flüsse und Bäche in Bayern traten in der Nacht über die Ufer. Vor allem in der Mitte und im Norden des Bundeslandes wurden teilweise Äcker und Wiesen überflutet. Für den oberfränkischen Landkreis Kulmbach warnten die Behörden vor Überschwemmungen in bebauten Gebieten.

Der Deutsche Wetterdienst erwartet bis Dienstagmittag Neuschnee für die bayerischen Alpen. Für andere Teile des Landes droht Schneematsch. Die Last auf Bäumen und Dächern könne damit weiter zunehmen.

apr/dpa

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