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Panorama

Nach Öffentlichkeitsfahndung

Missbrauchte Vierjährige - Polizei sucht in der Weser nach Beweisen

Mit dem Bild eines kleinen Mädchens hatte die Polizei nach dem Peiniger des Kindes gefahndet. Der mutmaßliche Täter wurde schnell gefasst - nun hat ein Großaufgebot in der Weser nach Beweismitteln gesucht.

Donnerstag, 12.10.2017   17:51 Uhr

Die Polizei hat in der Weser Gegenstände gefunden, die im Zusammenhang mit dem Fall einer sexuell missbrauchten Vierjährigen stehen könnten. Wie schon am Mittwoch war ein Großaufgebot der Polizei am Ufer des Flusses im Einsatz. "Es wurden Gegenstände geborgen, aber wir müssen abwarten, ob sie für das Verfahren von Bedeutung sind", sagte eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft Hannover. Um welche Gegenstände es sich handelt, wurde nicht mitgeteilt.

Die Ermittler hatten am Montagabend einen 24-Jährigen aus dem niedersächsischen Kreis Wesermarsch festgenommen. Ihm wird vorgeworfen, das Kind zwischen Oktober 2016 und Juli 2017 mehrfach schwer sexuell missbraucht zu haben. Die Polizei hatte am Montag ein aus dem Darknet stammendes Foto des missbrauchten Mädchens veröffentlicht, um den unbekannten Täter zu finden. Zahlreiche Hinweise gingen ein, wenige Stunden später war der Verdächtige gefasst.

Die Ermittlungen gegen den 24-Jährigen werden von der Staatsanwaltschaft Hannover geführt, weil diese eine auf Kinderpornografie spezialisierte Zentralstelle hat. Sie arbeitet eng mit der 18-köpfigen Sonderkommission "Fotofahndung" der Polizei Delmenhorst zusammen. Der Mann soll Aufnahmen der Übergriffe auf einer kinderpornografischen Plattform verbreitet haben. Er sitzt in Untersuchungshaft. Ob er sich zu den Vorwürfen geäußert hat, wollten die Ermittler nicht sagen.

Das Bundeskriminalamt (BKA) hatte die öffentliche Fahndung damit begründet, dass die Befürchtung bestand, das Mädchen könne weiterhin seinem Peiniger ausgesetzt sein. Aus Sicht der Opferschutzorganisation Weißer Ring müssen Fahnder in jedem Einzelfall zwischen den Persönlichkeitsrechten und dem Schutz des Opfers abwägen. "Dabei spielen auch Kriterien wie die Schwere der Straftat und die akute Gefahr, die vom Täter für das Opfer ausgeht, eine große Rolle", sagte Bundesgeschäftsführerin Bianca Biwer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Der Weiße Ring bat alle Medien und Nutzer sozialer Netzwerke, die Bilder zu löschen, "um dem Opfer und seinen Angehörigen weiteres Leid zu ersparen". Bei öffentlichen Fahndungsaufrufen der Polizei empfiehlt das BKA laut einer Sprecherin, in sozialen Netzwerken immer nur den Link zur Polizei zu teilen und keine Fotos oder Texte zu kopieren.

ulz/dpa

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