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Panorama

New York und London

Polizisten prüfen Vorwürfe gegen Weinstein

Der Fall Weinstein hat die Ermittlungsbehörden erreicht: In New York durchforsten Polizisten Akten nach Hinweisen auf den Filmproduzenten. Und auch Kollegen jenseits des Atlantiks sind aktiv.

AP

Harvey Weinstein

Donnerstag, 12.10.2017   19:43 Uhr

Die Vorwürfe gegen Harvey Weinstein beschäftigen jetzt Polizisten in den USA und England. Die Ermittler reagieren damit auf Berichte in der"New York Times" und dem "New Yorker". Zahlreiche Frauen hatten darin Weinstein der sexuellen Belästigung bezichtigt, drei warfen ihm Vergewaltigung vor.

Weinstein bestreitet, dass er mit Frauen nicht einvernehmlichen Geschlechtsverkehr hatte. Wegen des Skandals war er am vergangenen Wochenende von seinem Filmstudio entlassen worden. Am Dienstag gab seine Frau Georgina Chapman ihre Trennung von dem 65-Jährigen bekannt. Und die Zahl der Frauen, die von Übergriffen berichten, wächst.

Die New Yorker Polizei teilte mit, man überprüfe Polizeiakten auf etwaige Beschwerden von Frauen über den Filmproduzenten. Bislang sei man abgesehen von einem bereits bekannten Vorfall aus dem Jahr 2015 nicht fündig geworden.

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Vorwürfe gegen Medienmogul: Die Akte Weinstein

Dabei dürfte es um den Fall des Models Ambra Battilana Gutierrez gehen. Sie hatte sich mit ihren Vorwürfen 2015 an die Polizei gewandt. Diese schickte sie laut "New Yorker" verkabelt zu einem weiteren Treffen mit Weinstein. Die Tonaufnahmen belegten demnach, wie Weinstein sich dafür entschuldigt, Battilana Gutierrez begrapscht zu haben, und wie er sie zu einem Hotelbesuch drängte. Doch der zuständige Staatsanwalt Cyrus Vance sah von einer Strafverfolgung ab - aus Mangel an Beweisen, wie er am Mittwoch sagte.

Die Polizei geht zudem Vorwürfen nach, die sich auf einen Vorfall 2004 beziehen. Ein Name wurde nicht genannt. Es könnte sich aber um einen mutmaßlichen Übergriff Weinsteins auf Lucia Evans handeln, die seinerzeit Schauspielerin werden wollte. Sie berichtete dem "New Yorker", Weinstein habe sie in dem Jahr unter einem Vorwand in das New Yorker Büro des Filmstudios Miramax gelockt. Dort sei der Produzent über sie hergefallen und habe sie gezwungen, ihn oral zu befriedigen.

In London geht die Polizei ebenfalls Vorwürfen gegen Weinstein nach. Kollegen aus Liverpool hätten der Metropolitan Police den Fall weitergeleitet, berichtet der "Guardian". Es geht laut Polizei um einen angeblichen sexuellen Angriff im Raum London in den Achtzigerjahren.

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Harvey Weinstein: Skandal in Hollywood

ulz/Reuters/dpa

insgesamt 5 Beiträge
zoon.politicon 12.10.2017
1. Wiederholungstäter stoppen
Eines sollte man, wenn man, mittelbar oder unmittelbar - als Beobachter oder Opfer - in derartige Mißbrauchsvorfälle einbezogen worden ist, sich vor Augen halten: Es handelt sich meist um Wiederholungstäter, die von [...]
Eines sollte man, wenn man, mittelbar oder unmittelbar - als Beobachter oder Opfer - in derartige Mißbrauchsvorfälle einbezogen worden ist, sich vor Augen halten: Es handelt sich meist um Wiederholungstäter, die von gesellschaftlichen Tabus profitieren. Und irgendjemand muss sie stoppen.
shooop 12.10.2017
2. Das Spiel aus Macht und Ohnmacht
Das Problem ist, dass so etwas kein Einzelfall ist und Frauen seit Jahrhunderten u.a. auf diese Weise von Männern zu Opfern gemacht werden. Ich sag nur "grap him to the Pussy" (O-Ton POTUS Trump) - der Spruch der [...]
Das Problem ist, dass so etwas kein Einzelfall ist und Frauen seit Jahrhunderten u.a. auf diese Weise von Männern zu Opfern gemacht werden. Ich sag nur "grap him to the Pussy" (O-Ton POTUS Trump) - der Spruch der Familien spaltet, weil Väter und Brüder nicht begreifen, dass es konkret ihre Tochter / Schwester ist, über die so geredet und mit der so umgegangen wird. Gott sei Dank leben wir im Jahr 2017 und heute ist es wenigstens möglich, sich gegen den Spuk zu wehren.
skeptikerin007 12.10.2017
3. Wie die Aasgeier ..
....stürzen jetzt alle auf diesen Mann, dessen Verbrechen jahrzehntelang geduldet, gedeckt und verschwiegen hatten. Wie viele Weinsteins agieren noch überall? All dies wäre nicht möglich ohne der Kumpanen, die bis jetzt von [...]
....stürzen jetzt alle auf diesen Mann, dessen Verbrechen jahrzehntelang geduldet, gedeckt und verschwiegen hatten. Wie viele Weinsteins agieren noch überall? All dies wäre nicht möglich ohne der Kumpanen, die bis jetzt von diesem Mann profitierten. Und die Frauen ? Sie haben bewusst in Kauf genommen, dass immer wieder neue Opfer geben wird und das dreißig Jahre lang.
grommeck 12.10.2017
4. Polizei sucht nach Hinweisen.....das übliche Spiel.
Wenn auch nur ein einziger Politiker mit involviert ist, wird es keine weiteren Ermittlungen geben und er wegen Mangel an Beweisen laufengelassen. Außerdem wird er seine Beziehungen spielen lassen. Also - nichts wird passieren. [...]
Wenn auch nur ein einziger Politiker mit involviert ist, wird es keine weiteren Ermittlungen geben und er wegen Mangel an Beweisen laufengelassen. Außerdem wird er seine Beziehungen spielen lassen. Also - nichts wird passieren. Heutzutage müssen die Opfer froh sein, nicht selbst noch verfolgt zu werden. Das Justizsystem war schon immer teilkorrupt, wie jede andere Behörde auch, besonders in den USA. Und niemand soll jetzt sagen er sei unschuldig bis die Schuld bewiesen ist. Keine der Frauen wird solche Anschuldigungen aus Publicity machen, so dumm ist selbst Hollywoodland nicht.
Hythlodeus 12.10.2017
5. Unglaublich...
als ob nicht jeder, der in den Sachen Film, Radio, Medien unterwegs ist/gewesen ist , nicht weiß/gewußt hat, dass es so ist, wie es jetzt langsam so hoch kocht. Hollywood Saustall, Jimmy Saville und Co bei der BBC, ob WDR, [...]
als ob nicht jeder, der in den Sachen Film, Radio, Medien unterwegs ist/gewesen ist , nicht weiß/gewußt hat, dass es so ist, wie es jetzt langsam so hoch kocht. Hollywood Saustall, Jimmy Saville und Co bei der BBC, ob WDR, NDR, Zeitschriftenverlage /-redaktionen, jede Produktionsklitsche im Filmbusiness fuhr auf dieser Schiene leicht verfügbare Sexualobjekte greifbar zu haben ( Zitat aus einer Hamburger Insiderstory : Zum Schluss blieb immer noch eine Sekretärin übrig) . Wichtig dazu anzumerken ist, dass die vielen Typen , die meinten das " Recht"auf Zugriff zu haben, sich selber als tolle Typen in der Meinungsmache über andere sahen. Wie bigott der ganze Mist in der Medienbranche über alles ist, kann zum Glück heute jeder in entsprechenden Publikationen nachlesen.
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