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Panorama

Auf Tiere gesprungen

Mann tötet 79 Ferkel - 15 Monate Haft

Ein Mann hat sich dabei filmen lassen, wie er drei Mal in ein Gehege mit Ferkeln springt. 79 Tiere starben. Nun muss der Mann für 15 Monate in Haft und eine Geldstrafe zahlen.

REUTERS

Ferkel (2015 in Frankreich)

Freitag, 13.10.2017   02:14 Uhr

Ein spanischer Arbeiter ist zu 15 Monaten Haft und einer Geldstrafe von 4740 Euro verurteilt worden. Der Mann war im Januar 2016 in ein Gehege voller Ferkel gesprungen und hatte dabei Dutzende der Tiere getötet. Er ließ sich dabei von einem Kollegen, mit dem er gemeinsam auf der Farm arbeitete, filmen: Auf den Aufnahmen ist zu sehen, wie der Mann drei Mal eine Art Bauchplatscher auf die Tiere macht. Das Video verbreitet der damals 19-Jährige anschließend.

Wie spanische Medien berichten, starben wohl 19 Ferkel sofort, 60 weitere wurden verletzt und starben später oder mussten eingeschläfert werden. Der Mann und sein Kollege müssen nun jeweils 60 Euro pro Ferkel an den Farmbesitzer zahlen. Sie dürfen zudem dreieinhalb Jahre lang nicht mehr mit Tieren arbeiten.

Er habe keines der Tiere verletzten wollen, und habe auch keines getötet, zitiert unter anderem "El Mundo" die Aussagen des Mannes. Er sei zwar auf die Tiere gesprungen, sie seien ihm aber ausgewichen. Auf den Videoaufnahmen ist allerdings zu sehen, dass die Tiere nicht genügend Platz zum Ausweichen hatten.

Der Mann sagte demnach weiter, er habe seinen Kollegen gebeten, mit dem Handy zu filmen - der habe aber nicht gewusst, was passieren würde. Laut "El Mundo" wurde auch der filmende Kollege zu 15 Monaten Haft verurteilt.

Die Ferkel waren Medienberichten zufolge auf dem Weg von einem Teil der Farm in einen anderen und zum Zeitpunkt der Videoaufnahmen in einer Art Übergangsgehege gewesen. Der inzwischen 20-jährige Mann sagte nun, er habe sich bei den Farmbesitzern entschuldigt, es habe sich um eine "kindliche Dummheit" gehandelt.

Von der Anklage hieß es allerdings, der Mann habe die Ferkel wie ein Trampolin oder einen Pool genutzt. Der Richter wertete die Tat nicht als "kindliche Dummheit", sondern sprach von einer "wahrhaft ungerechtfertigten Misshandlung".

aar

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