04.03.2011
Morddrohungen
Junge mexikanische Polizeichefin beantragt Asyl in den USA
Polizeichefin Valles: Asyl in den Vereinigten Staaten beantragt
Ciudad Juárez - Marisol Valles hatte den Posten bekommen, weil es keinen anderen Kandidaten gab. Die Studentin war im Oktober zur Polizeichefin von Praxedis Guadalupe Guerrero ernannt worden. Doch nun hat sie in den USA Asyl beantragt. Ein Verwandter von Marisol Valles sagte der Nachrichtenagentur AFP am Donnerstag, die 20-jährige Mutter eines kleinen Sohnes habe Morddrohungen erhalten. Daraufhin habe sie Mexiko gemeinsam mit zwei Verwandten verlassen.
Die 10.000-Einwohner-Stadt Praxedis Guadalupe Guerrero liegt nahe der Grenze zu den USA im Bundestaat Chihuahua, der besonders stark vom Drogenkrieg betroffen ist. Im Juni wurden der Bürgermeister der Kleinstadt und sein Sohn ermordet, mehrere Polizisten wurden ebenfalls umgebracht. Valles studierte Kriminologie im etwa 60 Kilometer entfernten Ciudad Juárez, einer der gefährlichsten Städte des Landes.
In Mexiko tobt ein brutaler Kampf zwischen rivalisierenden Drogenbanden. Seit Beginn einer Regierungsoffensive gegen den Drogenhandel im Dezember 2006 starben mehr als 28.000 Menschen. Die Regierung setzt im Kampf gegen die Drogenbanden zur Unterstützung der Polizei mehr als 50.000 Soldaten ein.
wit/AFP