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25.02.2012
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Korruptionsskandal

Juan Carlos' Schwiegersohn beteuert Unschuld

AFP

Iñaki Urdangarin, Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos, soll öffentliche Gelder in Millionenhöhe veruntreut haben. Vor Gericht in Palma de Mallorca beteuert der ehemalige Handballstar seine Unschuld.

Hamburg - "Ich bin gekommen, um die Wahrheit zu klären und meine Ehre wiederherzustellen", sagte Iñaki Urdangarin, Schwiegersohn des spanischen Königs Juan Carlos, am Samstag zu Journalisten, die ihn vor dem Gericht in Palma de Mallorca abgefangen hatten. Der 44-jährige frühere Handballstar steht im Verdacht, Millionensummen von Steuergeldern veruntreut zu haben. Die finanziellen Entscheidungen, die er getroffen habe, seien korrekt und transparent gewesen, sagte er.

Vor dem Gericht demonstrierten etwa 500 Menschen gegen Korruption und gegen die Monarchie. Der Ehemann von Königstochter Cristina ist in der Geschichte der spanischen Monarchie der erste Angehörige des Königshauses, der in einem Finanzskandal als Beschuldigter vor Gericht erscheinen muss.

Ermittlungsrichter José Castro legt Urdangarin zur Last, als Chef einer gemeinnützigen Stiftung Fördergelder auf private Konten abgezweigt zu haben. Die Affäre ist Teil eines größeren Korruptionsskandals um den Ex-Regierungschef der Balearen, Jaume Matas. Die Vernehmung Urdangarins fand daher in Palma de Mallorca statt.

Der ungeliebte Schwiegersohn flüchtete in die USA

Allein mit der Organisation zweier Konferenzen in Palma de Mallorca hätten Urdangarin und sein Partner einen Großteil der von der Regierung der Balearen gewährten Mittel - insgesamt 2,3 Millionen Euro - in ihre Privatfirmen geschleust, lautet der Vorwurf. Urdangarin bestreitet das. Er hat sich jedoch öffentlich dafür entschuldigt, die königliche Familie in Verlegenheit gebracht zu haben.

König Juan Carlos war wegen der Ermittlungen zu seinem Schwiegersohn auf Distanz gegangen und hatte ihn von allen offiziellen Terminen des Königshauses streichen lassen.

Als 2006 der erste Verdacht der Korruption gegen Urdangarin aufgetaucht war, hatte der König seinen Schwiegersohn dazu bewegt, den Vorsitz der Stiftung Nóos niederzulegen und zum spanischen Telefónica-Konzern zu wechseln. Drei Jahre später zogen Urdangarin und seine Frau mit ihren vier Kindern nach Washington. Dort leben sie auch heute noch. Urdangarin arbeitet als Berater für Telefónica.

jjc/dpa

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