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22.03.2012
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Mohammed Merah und die Geheimdienste

Islamist, auffällig, unbehelligt

Von , Paris
Foto: AFP/ France 2

Mohammed Merah ist tot, erschossen bei der Stürmung seiner Wohnung - hätte man den Serienmörder von Toulouse früher stoppen können? In Frankreich wird Kritik an den Geheimdiensten laut. Dort war Merah als Fundamentalist bekannt, schon nach dem ersten Anschlag führte eine Spur zu seiner Mutter.

Zuerst gab es viel Lob und Anerkennung für die Sicherheitskräfte in Toulouse, die am Sturm auf die Wohnung von Mohammed Merah in der Rue du Sergent Vigné beteiligt gewesen waren. Innenminister Claude Guéant pries Professionalität und Selbstlosigkeit der Männer des Elitekommandos Raid, die durch die heftige Reaktion Merahs auf den Zugriff überrascht worden seien. Zwei Polizisten wurden verletzt.

Nicolas Sarkozy verband seinen Beifall für den Einsatz "von Polizei, Justiz und Innenminister" mit dem patriotischen Hinweis auf "unsere muslimischen Landsleute, die nichts mit den verrückten Motivationen eines Terroristen verbindet". Zugleich kündigte der Staatschef eine Reihe von strafrechtlichen Konsequenzen an "gegen jede Person, die regelmäßig Internetseiten aufruft, in denen Terror entschuldigt wird oder die zu Hass und Gewalt gegen aufrufen".

Er versprach den Franzosen, die ihn in der ersten Runde der Präsidentschaftswahlen am 22. April im Amt bestätigen sollen: Auch wer im Ausland an "ideologischer Indoktrination teilnimmt, die zum Terror führt", soll künftig belangt werden. Seine "lieben Landsleute" sollten nach der Stunde der Prüfung nun in Einheit zusammenstehen.

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Toulouse: Zugriff auf Mohammed Merah
Der Appell ist nötig, denn der Beifall für den Einsatz wird bereits überlagert von ersten Fragen zu möglichen Versäumnissen der Sicherheits- und Geheimdienste.

Merah kam früh mit dem Gesetz in Konflikt

François Bayrou, Kandidat der Zentrumspartei "Modem", zeigte sich erstaunt angesichts der Tatsache, dass Merah sich Dutzende von Waffen besorgen konnte, ohne dass die Behörden Verdacht schöpften; Marine Le Pen, Chefin des rechtsextremen Front National, rügte programmgemäß die Versäumnisse der Regierung beim Kampf gegen islamische Fundamentalisten, eine Gefahr, die sie wortgewaltig als "grünen Faschismus" brandmarkte.

Selbst Außenminister Alain Juppé räumte ein, dass es im Zusammenhang mit den Ermittlungen zu den Morden "eine Diskussion über mögliche Schwachstellen" gebe, bevor er rasch ergänzte, er wisse nichts von derartigen Nachlässigkeiten.

Am finalen Vorgehen gegen Merah gibt es kaum Kritik: Beim Sturm auf sein Apartment versuchte er, über den Balkon zu fliehen, und wurde durch einen Kopfschuss getötet .

Die Debatte konzentriert sich vielmehr auf die Arbeit der Inlandsaufklärung: Denn Merah war für die Behörden kein Unbekannter. Sein Name taucht im Register der "Direction centrale du reinseignement intérieur" (DCRI) auf. Der regionale Ableger des Geheimdienstes zählte den jungen Franzosen mit algerischen Wurzeln zu einem halben Dutzend Islam-Sympathisanten, die für ihre Nähe zu radikalen Dschihadisten-Organisationen bekannt waren.

Aufgewachsen war Mohammed Merah mit zwei Brüdern und zwei Schwestern in einer der Vorstädte von Toulouse, ein tristes Pflaster. Er war früh durch mehr als ein Dutzend Bagatellvergehen ins Visier von Polizei und Justiz geraten - Handgreiflichkeiten, Diebstahl und versuchter Raub brachten den gelernten Karosseriebauer mehrfach hinter Gitter.

Mit banalen Erklärungen kam Merah davon

Offenbar waren es die Gefängnisaufenthalte, die den Kleinkriminellen zum radikalen Salafisten werden ließen. "Während seiner Zeit im Gefängnis wurde er radikalisiert", sagte jedenfalls der leitende Staatsanwalt François Molins.

Zweimal scheiterte Merah beim Versuch, als Soldat bei der Armee und der Fremdenlegion anzuheuern. Er reiste erstmals vor drei Jahren in das Grenzgebiet zwischen Afghanistan und Pakistan - auf eigene Kosten.

Hier, in den Basislagern bewaffneter Gruppen Waziristans, suchte er Anschluss an die Terrororganisation al-Quaida, um sich zum Mudschahid ausbilden zu lassen; einen Einsatz als Selbstmordattentäter lehnte er freilich ab. Möglicherweise nahm Merah sogar an Einsätzen von Taliban-Guerillas teil. In Afghanistan wurde er 2009 bei einer Routinekontrolle der Armee festgenommen und von den US-Streitkräften nach Frankreich abgeschoben. Im Jahr darauf beendete eine Hepatiserkrankung Merahs Karriere als Gotteskrieger.

Zurück in Toulouse weckten die exotischen Reiseziele den Verdacht der örtlichen Sicherheitsdienste. Mehrfach wurde der Jugendliche zur Befragung einbestellt, aber jedes Mal konnte Merah offenbar die Bedenken der Beamten zerstreuen. "Er war im November 2011 von dem Regionalbüro der DCRI einbestellt worden, um präzise zu erläutern, was er in Afghanistan und Pakistan gemacht habe", berichtete Innenminister Guéant zum Vorgehen der Behörden. "Er hat daraufhin mitgeteilt, es habe sich um eine touristische Reise gehandelt, und als Beleg Fotos vorgelegt."

Offenbar genügte die banale Erklärung, um die Verhörexperten von seiner Harmlosigkeit zu überzeugen. Daran änderte auch die Anzeige einer Mutter nichts, deren Sohn von Merah in seiner Wohnung eingesperrt worden sein soll, um ihm Gewaltvideos mit blutrünstigen Enthauptungsszenen von "Ungläubigen" vorzuführen. Auch Hinweise spanischer Geheimdienstkollegen, die Merah angeblich 2011 bei einem Treffen von Salafisten in Katalonien ausgemacht haben wollen, führten in Frankreich zu keinen eigenständigen Nachforschungen.

Verblüffender noch: Merah, der von der Staatsanwaltschaft als "untypischer, selbst-radikalisierter Salafist" beschrieben wird, hatte durchaus Kontakte zur Fundamentalistenszene von Toulouse. Spätestens seit 2008, so von "Le Monde" zitierte Unterlagen der Polizei, standen Merah und sein Bruder Abdelkader in Verbindung zu einer Gruppe von angehenden Dschihadisten aus ihrer Heimatstadt und der Region Ariège. Nach der Festnahme der "Gruppe von Toulouse" besuchte Merah 2008 einen seiner Ex-Kumpel im Gefängnis.

"Merah wurde seit mehreren Jahren von Agenten überwacht"

Erst nach dem ersten Attentat vom 11. März auf einen Unteroffizier von Montauban geriet Merah ins Visier der Fahnder: Der Name seiner Mutter gehörte zu einer von 576 Computer-Adressen, von denen aus sich Interessenten auf eine Motorrad-Anzeige im Internet bei dem später getöteten Fallschirmjäger gemeldet hatten.

Doch es dauerte sechs Tage, bis die Experten die vollständige Liste in Händen hielten. "Eine ungewöhnliche Zeitspanne für einen Vorgang, der sonst zwischen einigen Minuten bis zu maximal 48 Stunden dauert", zitierte der Internetdienst "Owni" einen Insider der betroffenen Sicherheitsdienste. Staatsanwalt Molins sagte am Donnerstag nach dem Einsatz in Toulouse: "Es dauert eine Zeit, diese Liste abzuarbeiten."

Bei einem ersten Datenabgleich mit der Kartei des Inlandsgeheimdienstes rutschte der Verdächtige durch das Schleppnetz der Kripo - der PC ist unter dem Namen seiner Mutter angemeldet.

Nach dem zweiten Anschlag auf zwei Soldaten in Montauban erstellte der Inlandsdienst DCRI eine Liste mit möglichen Verdächtigen - Merah gehörte dazu. "Er wurde seit mehreren Jahren von der DCRI und ihren Agenten in Toulouse überwacht", bestätigt Innenminister Guéant.

Trotz dieser Erkenntnisse ist es erst der dritte mörderische Anschlag auf die jüdische Schule in Toulouse, der die Ermittler über den PC seiner Mutter auf die Spur von Merah bringt.

Warum so spät? Immerhin gab nach der Ermordung des ersten Soldaten dessen Handy darüber Aufschluss, dass er mit Merah telefoniert hatte. Am Ende war es der Hinweis eines Yamaha-Motorradhändlers, der den Täter auffliegen ließ. Ein Kunde habe wissen wollen, wie man den elektronischen Chip deaktivieren könne, durch den die Roller mit Diebstahlschutz ausgerüstet sind. Der Mann ist Merahs Bruder Abdelkader, noch dazu hatte man die IP-Adresse der Mutter: Der Täter war geortet.

Hätten die Sicherheitsbehörden dem Attentat auf die jüdische Schule zuvorkommen können? "Ich glaube nicht", sagt Verteidigungsminister Gérard Longuet beim Radiosender RTL. "Es sei denn, man wolle Frankreich in einen Polizeistaat verwandeln."

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insgesamt 68 Beiträge
1. Mohammed Merah und die Geheimdienste
doc.nemo 22.03.2012
Nein, hätte man nicht, denn da war er noch kein Serienmörder. Wofür hätte man ihn denn fassen sollen? Er hatte ja noch nichts getan. Auch in Frankreich wird man Straftaten erst dann ahnden können, wenn sie begangen worden [...]
Zitat von sysopHätte man den Serientäter von Toulouse fassen können, bevor er sieben Menschen ermordete? Mohammed Merah und die Geheimdienste: Islamist, auffällig, unbehelligt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,823139,00.html)
Nein, hätte man nicht, denn da war er noch kein Serienmörder. Wofür hätte man ihn denn fassen sollen? Er hatte ja noch nichts getan. Auch in Frankreich wird man Straftaten erst dann ahnden können, wenn sie begangen worden sind. Und er wird seine Mordabsichten ja zuvor nicht laut herausposaunt haben.
2. Die bittere Wahrheit
hatem1 22.03.2012
Die bittere Wahrheit ist, dass man Merah VOR dem brutalen Anschlag auf die jüdische Schule hätte fassen können. Abgesehen davon scheinen die Sicherheitsdienste sich von Merah bei den Befragungen ja mit hanebüchenen [...]
Zitat von sysopHätte man den Serientäter von Toulouse fassen können, bevor er sieben Menschen ermordete? In Frankreich wird Kritik an den Geheimdienste laut. Dort war Mohammed Merah als radikaler Fundamentalist bekannt, schon nach dem ersten Anschlag führte eine Spur zu seiner Mutter. Mohammed Merah und die Geheimdienste: Islamist, auffällig, unbehelligt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,823139,00.html)
Die bittere Wahrheit ist, dass man Merah VOR dem brutalen Anschlag auf die jüdische Schule hätte fassen können. Abgesehen davon scheinen die Sicherheitsdienste sich von Merah bei den Befragungen ja mit hanebüchenen Antworten abspeisen lassen haben. Und es ist für mich nicht nachvollziehbar, wie ein Mann, der im Visier der Sicherheitsorgane steht, zusammen mit seiner Familie, sich soviele Waffen und Munition verschaffen kann - unbemerkt. Auch den Zugriff finde ich grauenhaft misslungen. Die RAID hatte genügend Zeit, Ausrüstung und Manpower um den Zugriff optimal vorzubereiten. Wieso kann der Mann sich dann den Weg freischießen und aus dem Fenster springen? In seiner Faustfeuerwaffe waren, (wenn er nicht gerade eine Glock 19 hatte) nicht mehr als zehn Schuss, alle Fluchtwege waren abgeriegelt. Wieso muss er dann erschossen werden, wenn der ausdrückliche Befehl lautete, ihn lebendig zu fassen?
3.
Shaft13 22.03.2012
Nun ja, er hatte wohl nichts vorher getan,was eine 24 Stunden ,7 Tage die Woche REund um die Uhr Bewachung rechtfertigte. Also was hätten die Behörden tun sollen?Hinterher ist man immer schlauer. Was mich aber mal [...]
Zitat von doc.nemoNein, hätte man nicht, denn da war er noch kein Serienmörder. Wofür hätte man ihn denn fassen sollen? Er hatte ja noch nichts getan. Auch in Frankreich wird man Straftaten erst dann ahnden können, wenn sie begangen worden sind. Und er wird seine Mordabsichten ja zuvor nicht laut herausposaunt haben.
Nun ja, er hatte wohl nichts vorher getan,was eine 24 Stunden ,7 Tage die Woche REund um die Uhr Bewachung rechtfertigte. Also was hätten die Behörden tun sollen?Hinterher ist man immer schlauer. Was mich aber mal interessiert,wenn das bei uns passiert wäre,würde man die Salafisten verbieten wollen?
4. Abwarten
solomong. 22.03.2012
was noch alles kommt: Der Kandidat hätte noch eine einmonatige Haftstrafe wegen Fahrens ohne Führerschein absitzen dürfen; Merah geriet zu Jahresbeginn wieder in Konflikt mit der Polizei. Er wurde ohne gültigen [...]
Zitat von doc.nemoNein, hätte man nicht, denn da war er noch kein Serienmörder. Wofür hätte man ihn denn fassen sollen? Er hatte ja noch nichts getan. Auch in Frankreich wird man Straftaten erst dann ahnden können, wenn sie begangen worden sind. Und er wird seine Mordabsichten ja zuvor nicht laut herausposaunt haben.
was noch alles kommt: Der Kandidat hätte noch eine einmonatige Haftstrafe wegen Fahrens ohne Führerschein absitzen dürfen; Merah geriet zu Jahresbeginn wieder in Konflikt mit der Polizei. Er wurde ohne gültigen Führerschein am Steuer eines Autos kontrolliert und zu einem Monat Haft ohne Bewährung verurteilt. Im April hätte er vor dem Haftrichter erscheinen sollen. siehe z.B. hier: Toulouse: Tod eines Terrorreisenden - Ausland - FAZ (http://www.faz.net/aktuell/politik/ausland/toulouse-tod-eines-terrorreisenden-11693761.html)
5. Theoretisch schon, aber
krabba@vulkan.fr 22.03.2012
Frankreich hat einen Dienst, "Renseignements Genereaux", der alles sammelt. Sicher auch über diesen Mohamed Merah und seine desintegrierte Familie. Aber, diese Erkenntnisse dürfen nicht vor Gericht verwendet werden, [...]
Zitat von sysopHätte man den Serientäter von Toulouse fassen können, bevor er sieben Menschen ermordete? In Frankreich wird Kritik an den Geheimdienste laut. Dort war Mohammed Merah als radikaler Fundamentalist bekannt, schon nach dem ersten Anschlag führte eine Spur zu seiner Mutter. Mohammed Merah und die Geheimdienste: Islamist, auffällig, unbehelligt - SPIEGEL ONLINE - Nachrichten - Panorama (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/0,1518,823139,00.html)
Frankreich hat einen Dienst, "Renseignements Genereaux", der alles sammelt. Sicher auch über diesen Mohamed Merah und seine desintegrierte Familie. Aber, diese Erkenntnisse dürfen nicht vor Gericht verwendet werden, weil ja allgemein gesammelt, ohne dass es eine Tat dringenden Tatverdacht gab. Ich hatte einen Angestellten, der eifrig Schwarzmarktgeschäfte betrieb, mich betrog, das Sozialamt betrog und dabei zu Geld kam. Nachdem der Prozess begann, bekam ich Besuch von den "Renseigments Genereaux" und fiel vom Stuhl, was mein "treuer" Angestellter so alles seit vielen Jahren trieb im seiner moslemischen Gemeinde, mit Unterstüzung der Saudis, die sich ja sehr um ihre Glaubensbrüder in der Welt kümmern. Kein Richter wird in Frankreich aber auf Grund dieser gesammelten Tatsachen etwas unternehmen (können). Es muss zumindest eine Anzeige vorliegen und es muss einen Richter geben, der gewillt ist, dieser Anzeige nachzugehen. Das man als Krimineller in Frankreich unbehelligt leben kann, bewies sich im letzten Jahr, als im pariser Raum ein Kleinkrimmineller zum 97sten Mal geschnappt wurde, wieder auf freien Fuss gesetzt wurde und es immer noch zu keiner Verurteilung kam. Also: Man hatte gegen Momo Mehred nichts konkretes in der Hand und konnte und durfte ihn deshalb auch nicht vorher stoppen. Da muss schon ein Gesetz her, dass genau definiert, ab wann eingegriffen werden darf.

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Die Eliteeinheit Raid

Die Eliteeinheit der französischen Polizei "Recherche, Assistance, Intervention, Dissuasion", kurz Raid, wurde 1985 nach einer Serie von Bombenanschlägen gegründet. Wer sich für die Ausbildung bewerben will, muss harte psychische und physische Tests bestehen. Die Ausbildung dauert neun Monate, sie bereitet auf Einsätze in Extremsituationen zu Land, in der Luft und im Wasser vor.

Aufgabe der Raid ist die Bekämpfung des Terrorismus, die Polizisten werden zum Schutz von wichtigen Infrastrukturobjekten eingesetzt. Sie kommen aber auch bei extrem schwierigen Einsätzen zum Zug, wie zum Beispiel 1993, als sich ein Mann, der sich als "menschliche Bombe" bezeichnete, mit 21 Kindern in einer Schule verschanzte. Alle Kinder überlebten, der Geiselnehmer wurde erschossen.

Die Raid ist in verschiedenen Einheiten organisiert: Sie bestehen aus Sturmtruppen, Scharfschützen, Fallschirmspringern, Tauchern, speziell für die Verhandlungen mit Verbrechern ausgebildete Polizisten und einer Hundestaffel.

Chronologie

Zwölf Tage der Angst
Der Serienattentäter von Toulouse hat ganz Frankreich zwölf Tage lang in Atem gehalten. Die Ereignisse in der Übersicht:
11. März: Der erste Mord
Ein Fallschirmjäger in Zivil wird am Nachmittag in Toulouse auf offener Straße erschossen. Der Täter, der sein Opfer durch eine Internetanzeige aufspürte, flieht auf einem Motorroller.
15. März 2012: Zwei Soldaten getötet
Ebenfalls auf offener Straße werden zwei weitere Fallschirmjäger getötet, die gerade am Geldautomaten Geld abheben wollten. Ein dritter Soldat wird lebensgefährlich verletzt. Auch diesmal flieht der Täter auf einem Motorroller. Ort der Bluttat ist Montauban, rund 50 Kilometer nördlich von Toulouse.
19. März 2012: Drei Kinder und ein Lehrer werden erschossen
Vor Unterrichtsbeginn erschießt ein Mann vor einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Lehrer. Bei der Gewalttat, die weltweit Entsetzen auslöst, trägt der Täter eine Kamera um die Brust geschnallt. Präsident Nicolas Sarkozy ruft in Südfrankreich die höchste Terrorwarnstufe scharlachrot aus.
20. März 2012: Frankreich trauert
Frankreich gedenkt der Opfer in einer Schweigeminute.
21. März 2012: Fahnder entdecken das Versteck
Die Polizei spürt Mohammed Merah auf und umzingelt gegen 3 Uhr morgens dessen Haus im Osten von Toulouse. Der algerischstämmige Franzose verschanzt sich in dem Gebäude. In Israel werden die vier jüdischen Opfer begraben, in Frankreich findet eine Trauerfeier für die drei Fallschirmjäger statt.
22. März 2012: Scharfschützen töten Mohammed Merah
Nach rund 32 Stunden Belagerung dringt die Polizei am Vormittag in Merahs Wohnung vor. Er versteckt sich zunächst im Badezimmer und schießt dann wild um sich. Er wird von Scharfschützen getötet, als er aus dem Fenster flüchten will.

Quelle: AFP

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