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25.03.2012
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Toulouse-Attentäter

Staatsanwälte ermitteln gegen Merahs Bruder

AFP/ France 2

Attentäter Mohammed Merah: Wollte seine "Opfer sehen"

Bei der Suche nach möglichen Komplizen des Attentäters von Toulouse ist der ältere Bruder des getöteten Mohammed Merah in den Mittelpunkt der Ermittlungen gerückt. Gegen Abdelkader Merah wurde eine Untersuchung wegen Komplizenschaft eingeleitet.

Hamburg - Mohammed Merah, der Attentäter von Toulouse, war während seiner Taten allein. Dennoch hat er womöglich nicht allein gehandelt: Unter Verdacht steht sein Bruder. Der 29-jährige Abdelkader Merah ist am Sonntag unter dem Vorwurf der Mittäterschaft einem Richter vorgeführt worden.

Ihm werde Komplizenschaft bei der Vorbereitung von Terrorakten vorgeworfen, teilte die Staatsanwaltschaft in Paris am Sonntag mit. Auch werde ihm Diebstahl zur Last gelegt. Aus Polizeikreisen war zuvor verlautet, er sei beim Diebstahl des Motorrollers zugegen gewesen, mit dem sein 23-jähriger Bruder unterwegs war.

Mohammed Merah hatte vergangene Woche insgesamt sieben Menschen erschossen, darunter drei Schüler einer jüdischen Schule. Am Donnerstag endete sein blutiger Feldzug: Er wurde nach 32-stündiger Belagerung seiner Wohnung von der Polizei getötet.

Aus Polizeikreisen verlautete, Abdelkader Merah habe sich stolz über den "märtyrerhaften" Tod seines jüngeren Bruders geäußert. Er war bereits am Mittwoch zusammen mit seiner Lebensgefährtin in ihrem Haus südlich von Toulouse festgenommen worden. Seitdem befand er sich in Polizeigewahrsam.

Am Sonntagmorgen lief dann die bei Terrorfällen gültige 96-stündige Frist aus, nach der Verdächtige angeklagt oder freigelassen werden müssen. Zwei Stunden vor Ablauf der Frist wurde die Lebensgefährtin aus der Haft entlassen.

Mohammed Merah hatte vor seinem Tod erklärt, weder seine Mutter - die ebenfalls in Polizeigewahrsam war - noch sein Bruder hätten von seinen Plänen gewusst. Ein Sprecher der Polizeigewerkschaft sagte hingegen, es gebe Hinweise, dass Abdelkader seinem Bruder geholfen habe. Der Verdächtige war bereits vor einigen Jahren von der Polizei vernommen worden, weil er Kontakt zu einem Netzwerk gehabt haben soll, das Jugendliche aus der Region von Toulouse in den Irak schickte.

Sollten noch mehr Kinder sterben?

Die Pariser Sonntagszeitung "Le Journal du Dimanche" berichtet derweil, dass bei der Anschlagsserie offenbar noch mehr Blut fließen sollte. Der Attentäter habe bedauert, nicht noch mehr Kinder ermordet zu haben. Merah soll dies der Polizei während der Belagerung seiner Wohnung gestanden haben. Ein Selbstmordattentat sei für ihn dagegen nicht in Frage gekommen. Der Grund: Der 23 Jahre alte Franzose algerischer Abstammung habe laut eigener Aussage "seine Opfer sehen" wollen.

Der Angriff auf die jüdische Schule sei nur ein Ausweichplan gewesen, hieß es in dem Bericht weiter. Seine ersten drei Opfer waren Soldaten; Merah plante ursprünglich, weitere zu töten. Der Attentäter sagte zudem, er habe Videos seiner Bluttaten zum Hochladen ins Internet an seine muslimischen "Brüder" übergeben.

Welche konkreten Verbindungen er zu bestehenden islamistischen Terrorgruppen hatte, ist allerdings weiter unklar. Merah hatte behauptet, Verbindungen zu al-Qaida zu besitzen. Er habe in Pakistan Terrortraining erhalten, und sein Lehrer habe gewollt, dass er in Paris Anschläge verübe. Die Ermittler bezweifeln diese Aussage offenbar.

In Pakistan erklärte ein Taliban-Sprecher zwar, Merah sei bei der Tehrik-i-Taliban (TTP) Pakistan in Nord-Waziristan trainiert worden, konnte aber nicht bestätigen, dass Merah beauftragt worden sei. "Wir haben aber keine Informationen über die Anschläge in Frankreich; das hat nichts mit uns zu tun", sagte Ahmed Marwat, der sich als Sprecher einer Gruppe der TTP bezeichnete, der Nachrichtenagentur Reuters.

tdo/dpa/dapd/Reuters

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Zwölf Tage der Angst
Der Serienattentäter von Toulouse hat ganz Frankreich zwölf Tage lang in Atem gehalten. Die Ereignisse in der Übersicht:
11. März: Der erste Mord
Ein Fallschirmjäger in Zivil wird am Nachmittag in Toulouse auf offener Straße erschossen. Der Täter, der sein Opfer durch eine Internetanzeige aufspürte, flieht auf einem Motorroller.
15. März 2012: Zwei Soldaten getötet
Ebenfalls auf offener Straße werden zwei weitere Fallschirmjäger getötet, die gerade am Geldautomaten Geld abheben wollten. Ein dritter Soldat wird lebensgefährlich verletzt. Auch diesmal flieht der Täter auf einem Motorroller. Ort der Bluttat ist Montauban, rund 50 Kilometer nördlich von Toulouse.
19. März 2012: Drei Kinder und ein Lehrer werden erschossen
Vor Unterrichtsbeginn erschießt ein Mann vor einer jüdischen Schule in Toulouse drei Kinder und einen Lehrer. Bei der Gewalttat, die weltweit Entsetzen auslöst, trägt der Täter eine Kamera um die Brust geschnallt. Präsident Nicolas Sarkozy ruft in Südfrankreich die höchste Terrorwarnstufe scharlachrot aus.
20. März 2012: Frankreich trauert
Frankreich gedenkt der Opfer in einer Schweigeminute.
21. März 2012: Fahnder entdecken das Versteck
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22. März 2012: Scharfschützen töten Mohammed Merah
Nach rund 32 Stunden Belagerung dringt die Polizei am Vormittag in Merahs Wohnung vor. Er versteckt sich zunächst im Badezimmer und schießt dann wild um sich. Er wird von Scharfschützen getötet, als er aus dem Fenster flüchten will.

Quelle: AFP

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