15.05.2012
Kriminalstatistik
Ecstasy-Pillen überfluten deutschen Drogenmarkt
Beschlagnahmte Ecstasy-Pillen: Anstieg um 110 Prozent
Berlin - Die Zahl der Rauschgiftdelikte in Deutschland ist im vergangenen Jahr um 2,4 Prozent auf 236.478 Fälle gestiegen. Das geht aus der Polizeilichen Kriminalitätsstatistik 2011 hervor, wie die Tageszeitung "Die Welt" berichtet. Einen extremen Zuwachs gab es demnach bei der Modedroge Ecstasy. Die Polizei stellte 484.992 Ecstasy-Tabletten sicher, was ein Plus von 110,5 Prozent bedeutet.
Ein deutlicher Anstieg ist auch bei der Droge Crystal zu verzeichnen. Davon beschlagnahmte die Polizei 40 Kilogramm (plus 48,8 Prozent), was bisher der Höchstwert ist. Beim Amphetamin und Methamphetamin hat sich die Menge ebenfalls erhöht. Hier wurden dem Markt insgesamt 1,4 Tonnen entzogen, was einer Zunahme um 17 Prozent entspricht. Bundesinnenminister Hans-Peter Friedrich (CSU) stellt die Kriminalstatistik am Mittwoch in Berlin vor.
Der Trend zu synthetischen Drogen zeigte sich auch europaweit: 49 neue psychoaktive Substanzen entdeckten Ermittler der EU-Drogenbeobachtungsstelle (EBDD) im Jahr 2011. Am häufigsten stießen sie auf synthetische Cannabinoide (23 Substanzen) und künstliche Cathinone (acht Substanzen).
Bei den synthetischen Cannabinoiden handelt es sich um Substanzen, die zum Beispiel in Kräutermischungen als Joints geraucht werden, ähnlich wie Cannabis wirken und unter Namen wie "Spice" bekannt sind. Die zweite große Gruppe, die synthetischen Cathinone, können laut EBDD geschluckt, geschnupft und gespritzt werden und haben zum Beispiel eine dem Kokain oder Ecstasy vergleichbare Wirkung.
jbr/dapd