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18.05.2012
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Korruption

Lebenslange Haft für Chinas Schmuggelkönig

Lai Changxing: Schmuggeln, bestechen, fliehen
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REUTERS

Es ist eines der größten Verfahren wegen Schmuggelei und Korruption in China. Nun wurde der Kopf des Rings zu lebenslanger Haft verurteilt. Lai Changxing soll mehr als 60 Beamte bestochen und Waren im Wert von drei Milliarden Dollar geschmuggelt haben.

Peking - Öl, Autos, Zigaretten, Industriematerialien, Kleidung: Lai Changxing und sein Schmugglerring handelten mit allem, was sich verkaufen ließ. Lai soll in den neunziger Jahren Waren im Wert von drei Milliarden Dollar (2,5 Milliarden Euro) geschmuggelt haben. Dafür bestach er offenbar jeden, der nötig war, insgesamt sollen es 64 Beamte gewesen sein. All das brachte ihm den Spitznamen "chinesischer Schmuggelkönig" ein.

Nun wurde der inzwischen 54-Jährige wegen Bestechung und Schmuggelei zu lebenslanger Haft verurteilt. Die Entscheidung fiel in der südöstlichen Stadt Xiamen, von wo aus Lai sein kriminelles Geschäft betrieben hatte, wie die amtliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua am Freitag berichtete.

Lais Geschichte liest sich wie ein Kriminalroman: Der frühere Chef der Yuanhua-Unternehmensgruppe in Xiamen war eine der Schlüsselfiguren in einem der größten Korruptionsskandale in der Geschichte Chinas. Seit 1991 hatte er dem Gericht zufolge "Unternehmen, Hochburgen und Netzwerke in Hongkong und Xiamen gegründet, um einen Schmugglerring aufzubauen". Vor allem zwischen 1996 und 1999 war er kriminell aktiv und soll dabei von ranghohen Militärs und Politikern gedeckt worden sein.

Als sein Schmugglerring 1999 aufflog, floh Lai mit seiner Familie über Hongkong nach Kanada. Lai wurde zum meistgesuchten Mann Chinas.

Im November 2000 wurde Lai in Kanada festgenommen. Unter Hinweis auf die ihm drohende Todesstrafe und die nach seiner Darstellung angeblich politisch motivierten Vorwürfe wehrte er sich gegen seine Auslieferung. Der Fall wurde zu einem wunden Punkt in der Beziehung zwischen Peking und Ottawa. Nach einem fast elfjährigen Tauziehen wurde Lai im Juli vergangenen Jahres ausgeliefert. Allerdings hatte Kanada der chinesischen Regierung zuvor das Versprechen abgerungen, dass Lai nicht zum Tode verurteilt werde und kanadische Diplomaten regelmäßig Kontakt zu ihm haben könnten.

In Lais kriminelle Machenschaften waren offenbar Hunderte ranghohe Militärs und Politiker der regierenden Kommunistischen Partei verwickelt. Unter ihnen sollen der ehemalige Vizeminister für öffentliche Sicherheit, Li Jizhou, und der frühere Chef des militärischen Geheimdiensts, Ji Shengde, sein. Mehr als 300 Angeklagte, darunter Zollbeamte, Polizisten und hohe Funktionäre, wurden infolge der Ermittlungen bereits verurteilt. Mehrere wurden zur Todesstrafe verurteilt und hingerichtet.

"Mit den Verbrechen wurden enorme Summen gemacht, und sie sind besonders schwerwiegend", erklärte das Mittlere Volksgericht in Xiamen laut Nachrichtenagentur Xinhua anlässlich Lais Verurteilung. Mit dem Urteil und der ausführlichen Berichterstattung darüber will die regierende Kommunistische Partei offenbar ihren Kampf gegen die Korruption belegen. "Die chinesische Regierung hält unerschütterlich an ihrem Weg fest, Verbrechen zu bekämpfen und Schmuggelei an den Wurzeln anzupacken", hieß es in dem Bericht.

siu/dpa/AP

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