25.05.2012
Los Angeles
Mutter von mutmaßlichem Brandstifter darf ausgeliefert werden
Los Angeles - Dorothee B. darf nach der Entscheidung eines Richter in Los Angeles nach Hessen ausgeliefert werden. Die wegen Betrugs in Deutschland gesuchte Frau und ihr 24 Jahre alter Sohn, der in Hollywood als serien-Brandstifter angeklagt ist, hatten sich gegen die Auslieferung gewehrt. Ein Termin für die Übergabe der in Tschetschenien geborenen Frau an die deutschen Behörden wurde nicht genannt.
Der Richter, der die Auslieferung gestattete, hatte die Behauptungen der Frau über eine angebliche Bedrohung in Deutschland zurückgewiesen. Sie seien "einfach nicht glaubwürdig", zitierte die "Los Angeles Times" aus dem Urteil.
Die Staatsanwaltschaft in Frankfurt am Main wirft der Frau gewerbsmäßigen Betrug in 19 Fällen vor. Gegen ihren Sohn wird wegen eines Feuers im hessischen Schwalm-Eder-Kreis ermittelt. In den USA muss sich der junge Mann wegen 100 Vorwürfen im Zusammenhang mit fast 50 Feuern verantworten. Mitte Januar hatte er vor Gericht auf nicht schuldig plädiert. Die Polizei hatte ihn nach der Brandserie Anfang Januar festgenommen.
Seine Mutter, in Deutschland mehrfach vorbestraft, war bereits kurz vor dem Jahreswechsel in Los Angeles festgenommen worden. Kurz danach begann eine Brandserie, die Hollywood in Atem hielt und einen Schaden von mehreren Millionen Dollar verursachte. Der Sohn soll die Brände aus Wut über die Festnahme seiner Mutter gelegt haben.
Bei ihren Anhörungen im Januar war die Frau mit wirren Bemerkungen aufgefallen. "Gefährlich? Ich bin gefährlich?", empörte sich die Deutsche. Sie wolle dagegen kämpfen, nach Deutschland ausgeliefert zu werden. Dort hätten es "kriminelle Nazi-Gruppen" auf ihr Leben und das Leben ihres Sohnes abgesehen.
wit/dpa