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23.06.2012
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Mexiko

Militär hielt Autohändler für Sohn von Drogenboss

Anwältin Guerrero zeigt ein Foto von Félix Beltrán: Mit Sohn von Drogenboss verwechselt
REUTERS

Anwältin Guerrero zeigt ein Foto von Félix Beltrán: Mit Sohn von Drogenboss verwechselt

Es sollte ein Coup im Kampf gegen die Kartelle sein, doch es wurde zur Blamage: In Mexiko mussten Ermittler zugeben, einen Mann fälschlicherweise für den Sohn des berüchtigten Drogenbosses "El Chapo" Guzmán gehalten zu haben. Unschuldig ist der Festgenommene offenbar auch nicht.

Mexiko-Stadt - Dem mexikanischen Militär ist eine peinliche Verwechslung unterlaufen. Am Donnerstag präsentierte die Marine einen Festgenommenen als Sohn des berüchtigten Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán. Doch nun musste die Staatsanwaltschaft zugeben: Bei dem Mann handelt es sich nicht um Jesús Alfredo Guzmán Salazar, genannt "El Gordo" (der Dicke). Sondern um Félix Beltrán León, einen 23-jährigen Autohändler.

In einer tränenreichen Pressekonferenz am Freitag sagte eine Frau aus Guadalajara, der Festgenommene sei ihr Sohn, der keinerlei Verbindungen zum Sinaloa-Kartell habe. Nach "notwendigen Identitätstests" bestätigten die Ermittler, dass es sich um Beltrán León handele.

Ganz unschuldig ist dieser aber anscheinend auch nicht: Die Soldaten fanden bei Beltrán León Gewehre, Pistolen, Granaten und 160.000 Dollar Bargeld. Er könnte in die illegalen Geschäfte Guzmáns verwickelt sein, hieß es in mexikanischen Zeitungsberichten. Laut der US-Antidrogenbehörde DEA ist er sogar ein ranghoher Untergebener des Guzmán-Sohns.

Joaquín Guzmán ist der Chef des berüchtigten Sinaloa-Kartells und der meistgesuchte Drogenboss in Mexiko und den USA. Seit er 2001 aus einem Gefängnis floh, ist er untergetaucht. Die USA haben fünf Millionen Dollar (vier Millionen Euro) Belohnung auf Hinweise zu seiner Festnahme ausgesetzt.

Das Sinaloa-Kartell kontrolliert weite Teile des Drogengeschäfts in Mexiko. Mit konkurrierenden Drogenbanden liefert es sich einen blutigen Krieg um die Kontrolle des Rauschgifthandels. Jedes Jahr fallen tausende Mexikaner dem Drogenkrieg zum Opfer.

hut/dpa/AFP/Reuters

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