10.08.2012
Erstochenes Kind in Oberhausen
Tatverdächtiger in Psychiatrie eingeliefert
Tatort Oberhausen: Einem 27-Jährigen wird Totschlag vorgeworfen
Oberhausen - Ein Kindsmord erschüttert Oberhausen, für einen achtjährigen Jungen war am Donnerstag jede Hilfe zu spät gekommen: Nach dem gewaltsamen Tod ist der mutmaßliche Täter in eine Psychiatrie eingeliefert worden. Der Haftrichter ordnete die Unterbringung des Tatverdächtigen in eine entsprechende Klinik an, wie ein Sprecher des Amtsgerichts Oberhausen mitteilte. Er werde dort behandelt und dann in eine forensische Anstalt verlegt.
Dem Mann wird Totschlag vorgeworfen. Er soll den Sohn seiner Lebensgefährtin erstochen haben. Die Mutter war in der Nacht zum Donnerstag wach geworden, weil ihr Freund mit einem Messer unruhig in ihrer Wohnung umherlief. Wegen der Geräusche wachte auch der Sohn der Frau auf. Daraufhin eilte der Mann nach Angaben der Polizei in das Kinderzimmer und stach mit dem Messer auf den Jungen ein.
Der Achtjährige erlitt schwere Verletzungen. Die Mutter nahm den Jungen, rannte mit ihm auf die Straße und rief um Hilfe. Passanten informierten Polizei und Rettungsdienst. Beamte konnten das Kind zunächst wiederbeleben, es starb aber später im Krankenhaus.
Nach der Tat hatte sich der 27-Jährige den Angaben zufolge selbst mit dem Tatmesser schwer verletzt. Weil er viel Blut verloren hatte, versetzten ihn die Ärzte ins Koma. Am Freitag konnte der Mann dann befragt werden. Der 27-Jährige war wegen Depressionen und Angstzuständen in Behandlung und nahm Medikamente. Er war seit einem halben Jahr mit der Mutter des Kindes zusammen und lebte der Staatsanwaltschaft zufolge in "völlig normalen Verhältnissen". Der Mann wohnte nicht mit der 28-Jährigen zusammen. Es habe vorher auch keinen Streit zwischen den beiden gegeben.
bos/dpa/dapd
