16.11.2012
Entführte Französin
Polizei findet 15-Jährige in Kofferraum
Suchaktion in Barjac, Südfrankreich: 15-jährige Vermisste in Deutschland gefunden
Straßburg/Offenburg - Eine Woche nach dem Verschwinden der 15-jährigen Chloé haben Polizisten die Jugendliche aus Südfrankreich in der Nähe von Offenburg in Südbaden unverletzt gefunden. Die Beamten entdeckten sie im Kofferraum eines Autos, wie Polizei und Staatsanwaltschaft in Offenburg mitteilten. Chloé wurde durch ein Foto identifiziert und vorsorglich in ein Krankenhaus gebracht.
Der mutmaßliche Entführer wurde nach einem Fluchtversuch festgenommen: Er hatte den Wagen nach einem Unfall mit Blechschaden am Straßenrand stehengelassen und ein anderes Auto aufgebrochen. Mit diesem floh er auf der Bundesstraße 28 in Richtung Oppenau und verursachte bei hohem Tempo einen Verkehrsunfall mit einem Schwerverletzten. Anschließend versucht er, zu Fuß zu flüchte, konnte aber von der Polizei gefasst werden. Als die Beamten zur ersten Unfallstelle zurückkehrten, entdeckten sie im Kofferraum die Jugendliche.
Bei dem Mann handelt es sich ebenfalls um einen Franzosen. Der 32-Jährige sei bereits mehrfach verurteilt worden, darunter einmal auch wegen einer Sexualstraftat, hieß es bei der zuständigen Staatsanwaltschaft im südfranzösischen Nîmes. Frankreich will demnach die Auslieferung des mutmaßlichen Kidnappers beantragen.
Chloé war am Freitag der vergangenen Woche spurlos verschwunden. Sie hatte am Nachmittag auf ihrem Motorroller das Haus einer Freundin in einem Nachbardorf verlassen, etwa zehn Kilometer von ihrem Wohnhaus im Ort Barjac entfernt. Gegen 22 Uhr wurde ihr Roller vor ihrem Elternhaus mit kaltem Motor gefunden. Von ihren persönlichen Gegenständen unter dem Sitz fehlten lediglich der Helm und ihr Handy. Versuche, das Telefon zu orten, schlugen fehl. Auch großangelegte Suchaktionen in der Gegend brachten keinen Erfolg.
Vor einigen Tagen hatte die Mutter Chloé unter Tränen aufgefordert, zurückzukehren. Offenbar war sie damals davon ausgegangen, dass das Mädchen abgehauen sei. Die Jugendliche sollte noch am Abend von einem Richter vernommen werden. Auch eine gerichtsmedizinische Untersuchung war geplant.
aar/dpa/AFP/dapd