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07.12.2012
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Angeblicher Störtebeker-Schädel

Gericht verurteilt Dieb zu Bewährungsstrafe

DPA

Die drei Angeklagten im Hamburger Gericht: Angeblichen Störtebeker-Schädel geklaut

Die Diebe des angeblichen Störtebeker-Schädels müssen nicht ins Gefängnis: Das Amtsgericht Hamburg hat einen der Männer zu einer Bewährungsstrafe verurteilt, ein weiterer wurde freigesprochen. Vor knapp drei Jahren hatten sie den Totenschädel aus einem Museum in Hamburg geklaut.

Hamburg - Im Prozess um den Diebstahl eines jahrhundertealten Schädels hat das Amtsgericht Hamburg ein Urteil gefällt: Ein 38 Jahre alter Mann erhielt wegen Diebstahls eine Freiheitsstrafe von einem Jahr auf Bewährung. Der zweite, ebenfalls des Diebstahls angeklagt, wurde freigesprochen. Ein dritter, der Hehlerei beschuldigter Mann wurde wegen Begünstigung und Fahrens ohne Erlaubnis zu einer Geldstrafe von 2000 Euro verurteilt.

Der Richter sprach in seiner Urteilsbegründung von einem Diebstahl in einem besonders schweren Fall - schließlich sei der Schädel bedeutend für die Wissenschaft. Doch auch er sei nicht sicher, ob es sich dabei tatsächlich um den Totenkopf von Störtebeker handle.

Die Verteidigung hatte bei allen drei Angeklagten auf Freispruch plädiert. Die Staatsanwaltschaft hatte hingegen für die beiden Männer im Alter von 38 und 50 Jahren eine Freiheitsstrafe von 16 Monaten auf Bewährung beziehungsweise eine Freiheitsstrafe von 12 Monaten ohne Bewährung gefordert.

Der Schädel, der dem legendären Piraten Klaus Störtebeker zugeordnet wird, war im Januar 2010 aus dem Museum für Hamburgische Geschichte gestohlen worden. Die drei Beschuldigten mussten sich seit dem 7. November vor Gericht verantworten. Der 40-Jährige und einer der weiteren Angeklagten hatten bis zuletzt die Tat bestritten - aber zugegeben, den gestohlenen Schädel zeitweise besessen zu haben. Der dritte, nun freigesprochene Angeklagte hatte sich nicht zu den Anschuldigungen geäußert.

Das Museum stellt ihn seit langem als den Kopf Störtebekers aus, der 1401 mit etwa 30 Getreuen vor den Toren der Hansestadt hingerichtet worden sein soll. Laut gerichtsmedizinischen Analysen könnte es sich durchaus um die Überreste eines um 1400 geköpften Mannes handeln. Ob der Schädel aber von Störtebeker stammt, lässt sich nicht mehr klären. 2004 scheiterte ein Versuch, DNA-Material aus den Knochen zu gewinnen und für den Abgleich mit potentiellen Nachfahren zu verwenden.

aar/dapd

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