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Panorama

Attacke mit brennendem Parfum

Feuriger Segen

Franklin Barazarte überschüttete den Zauberer Wayne Houchin mit brennendem Parfum. Alles ein großes Missverständnis, behauptet der Moderator und liefert seine eigene Version der Geschichte. Die muss jetzt auch die Justiz überzeugen.

AP
Freitag, 14.12.2012   13:39 Uhr

Santo Domingo - Wayne Houchin sieht aus, als habe er im Gesicht einen extremen Sonnenbrand. Das ist ein deutlicher Fortschritt im Vergleich zum Anfang dieses Monats. Damals musste der Zauberer aus den USA wegen Verbrennungen ersten Grades auf dem Kopf, im Gesicht und an den Händen mehrere Tage stationär behandelt werden. TV-Moderator Franklin Barazarte hatte ihm in der Dominikanischen Republik brennendes Parfum auf das Gesicht geschüttet.

Nun befasst sich die Justiz mit dem Fall. Houchin hat angekündigt, Barazarte zu verklagen. Er fordert eine Gefängnisstrafe für den Moderator und Schmerzensgeld für sich. Um eine Flucht Barazartes zu unterbinden, ordnete ein Richter in der Dominikanischen Republik an, ihn festzunehmen. Zum Zeitpunkt der Anordnung befand sich Barazarte in den USA, stellte sich nach seiner Rückkehr den Behörden. "Wir werden beweisen, dass er bereit ist, sich vor Gericht zu verantworten", sagte sein Anwalt Teobaldo Duran. Bei seinem Mandanten bestehe keine Fluchtgefahr.

Barazarte sagte, er habe sich nicht versteckt und wolle mit Houchin eine einvernehmliche Lösung finden. Schließlich habe er Houchin mit dem Parfum segnen wollen. Er führe die Prozedur schon seit mehr als 20 Jahren durch, bislang sei nie etwas passiert. "Es war ein Unfall", so der Moderator. Auch er habe an den Händen Brandwunden erlitten. "Es war auf keinen Fall Absicht. Es war eine Demonstration mit einem magisch-religiösen Hintergrund und sie ging schief."

Wie schief, lässt sich auf einem Video sehen, das im Internet kursiert und unter anderem auf CNN veröffentlicht wurde. Es zeigt, wie sich Houchin mit Schmerzen auf dem Boden wälzt. Houchin glaubt Barazartes Version nicht. "Der Angriff geschah absichtlich." Der Moderator sei nicht gestolpert. "Er hatte vor, brennende Flüssigkeit auf mich zu schütten."

Dass er jetzt als Bösewicht dargestellt wird, kann wiederum Barazarte nicht nachvollziehen. Er verstehe, dass er Houchin große Schmerzen verursacht habe - aber er könne die Reaktion Houchins und seiner Anwälte nicht begreifen: "Die behandeln mich wie einen Kriminellen."

ulz/AP

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