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21.12.2012
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Polizei-Großeinsatz in Zehlendorf

Geiselnehmer verschanzt sich in Berliner Bank

Ein Mann hat eine Bank in Berlin-Zehlendorf überfallen und einen Angestellten als Geisel genommen. Der Gangster fordert laut Polizei Geld und freien Abzug. Er soll damit gedroht haben, das Gebäude in die Luft zu sprengen.

Berlin - Ein Bankräuber hat bei einem Überfall in Berlin eine Geisel genommen. Polizeiangaben zufolge hat der Mann in einer Filiale der Deutschen Bank in Zehlendorf einen Angestellten in seine Gewalt gebracht. Er fordere Geld und freien Abzug, sagte ein Polizeisprecher. Es werde eine "konfliktfreie Lösung" angestrebt.

Der Geiselnehmer soll laut "Berliner Morgenpost" im Besitz einer Bombe sein und gedroht haben, das Gebäude in die Luft zu sprengen. Die Polizei bestätigte der Nachrichtenagentur AFP zufolge diese Drohung, aber nicht, dass der Mann einen Sprengsatz bei sich habe.

Der bislang nicht identifizierte Täter war gegen 16 Uhr in die Filiale eingedrungen. Während des Überfalls sollen sich zunächst weitere Angestellte dort aufgehalten haben, meldete die "Morgenpost" unter Berufung auf Angaben von Ermittlern. Diese Mitarbeiter und Kunden der Bank - insgesamt etwa 20 Menschen - hätten durch einen Hinterausgang fliehen können, hieß es.

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Geiselnahme in Berlin: Großeinsatz der Polizei
Ein Großaufgebot von Einsatz- und Rettungskräften ist vor Ort. Spezialeinheiten der Polizei sichern derzeit die Umgebung. "Wir sind jetzt im Moment in der Lage, die Situation bereinigen zu wollen, deshalb können wir Ihnen keine näheren Angaben zu dem Tatverdächtigen geben", sagte der Polizeisprecher. Die Einsatzleitung verhandele mit dem Täter, versuche ihn, zum Aufgeben zu bewegen. Es sei derzeit nicht abzuschätzen, wie lange die Verhandlungen dauern könnten, so der Sprecher.

Die normalerweise stark befahrene Straße, an der die Filiale liegt, sei komplett gesperrt. Am Abend vergrößerte die Polizei noch einmal den Radius der Absperrungen und riegelte sämtliche Zugänge zum Gelände in einem Umkreis von 500 Metern ab. Laut Informationen des "RBB" wurden die Betreiber zweier Tankstellen in der Umgebung aufgefordert, wegen der Gefahr einer Explosion ihre großen Treibstofftanks abzusperren.

In Zehlendorf, einem gutbürgerlichen Stadtteil Berlins, hatte sich 1995 der bislang spektakulärste Banküberfall mit Geiselnahme in der Hauptstadt ereignet. Damals stürmten vier Männer mit Maschinenpistolen die Commerzbank-Filiale in dem Stadtteil und nahmen 16 Geiseln. Die Räuber entkamen durch einen selbst gegrabenen Tunnel. Die Geiseln blieben unverletzt.

wit/dpa/dapd/AFP

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