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24.01.2013
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Jahrelange Haft in Mexiko

Französin Cassez ist frei

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AP

Seit 2005 saß die Französin Florence Cassez in einem mexikanischen Gefängnis, wegen Entführung war sie zu 60 Jahren Haft verurteilt worden. Doch offenbar hatten Behörden entscheidende Beweise gefälscht. Nun ist Cassez frei - und Präsident Hollande erleichtert.

Mexiko-Stadt - "Das ist eine äußerst schmerzhafte Zeit, die nun ein Ende findet", sagte Frankreichs Präsident François Hollande am Mittwochabend. Gerade hatte er erfahren, dass die Französin Florence Cassez nach sieben Jahren Haft aus einem mexikanischen Gefängnis entlassen worden ist. Das Oberste Gericht hob am Mittwoch in Mexiko-Stadt das Urteil gegen die 38-Jährige auf.

Die Richter befanden in einer Mehrheitsentscheidung, dass die als Beweis angeführten Umstände der Festnahme der Frau 2005 von den Behörden gefälscht worden waren, um sie für die Mittäterschaft an drei Entführungen der Gangsterbande "Los Zodiacos" verantwortlich zu machen. Der Prozess gegen Cassez sei deshalb ungültig gewesen. Für ihre Freilassung stimmten drei der fünf zuständigen Richter.

Cassez war als mutmaßliches Mitglied einer Entführerbande festgenommen und zunächst zu 96 Jahren Haft verurteilt worden. Später wurde die Strafe auf 60 Jahre reduziert. Die Französin war mit dem Bandenchef Israel Vallarta befreundet, von seinen Machenschaften wusste sie laut eigenen Angaben nichts. Die Entführten versicherten jedoch, ihre Stimme gehört zu haben.

Einen Tag nach der eigentlichen Festnahme hatte die Polizei für TV-Kameras eine spektakuläre Befreiungsaktion der Entführten mit Festnahme des mutmaßlichen Entführerpaares inszeniert. Der Fall hatte die politischen Beziehungen zwischen Frankreich und Mexiko belastet.

Entführungsopfer und einige ihrer Angehörigen kritisierten die Freilassung: Mit dem neuen Urteil würden "der Straflosigkeit die Tore geöffnet", sagte die Vorsitzende der Gruppe "Alto al Secuestro" (Stopp den Entführungen), Isabel Miranda de Wallace.

Cassez' französischer Anwalt Frank Berton sprach von einem "historischen Tag für die mexikanische Justiz". Und Präsident Hollande dankte in einer Mitteilung "allen in Mexiko und in unserem Land, die dazu beigetragen haben, dass sich die Wahrheit und die Gerechtigkeit durchsetzen".

aar/dpa/AFP

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insgesamt 36 Beiträge
1.
bewusst_sein 24.01.2013
Unschuldig weil besonders attraktiv oder gibt es auch tatsächlich entlastende Tatsachen, welche für das Gangsterliebchen sprechen?
Zitat von sysopSeit 2005 saß die Französin Florence Cassez in einem mexikanischen Gefängnis, wegen Entführung war sie zu 60 Jahren Haft verurteilt worden. Doch offenbar hatten Behörden entscheidende Beweise gefälscht. Nun ist Cassez frei - und Präsident Hollande erleichtert. Florence Cassez (Französin) nach Haft in Mexiko freigelassen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/panorama/justiz/florence-cassez-franzoesin-nach-haft-in-mexiko-freigelassen-a-879353.html)
Unschuldig weil besonders attraktiv oder gibt es auch tatsächlich entlastende Tatsachen, welche für das Gangsterliebchen sprechen?
2. optional
pömpel 24.01.2013
im Wilden Westen macht der Dorfsherif die Gesetze!
im Wilden Westen macht der Dorfsherif die Gesetze!
3. Es wurden Beweise gefälscht!
-Danny- 24.01.2013
Im Text steht geschrieben, dass belastende Beweise von den Behörden als gefälscht erkannt wurden. Das sind Ihre entlastenden Tatsachen. Und nur weil die Dame, wie Sie sagen, ein "Gangsterliebchen" ist, ist sie [...]
Zitat von bewusst_seinUnschuldig weil besonders attraktiv oder gibt es auch tatsächlich entlastende Tatsachen, welche für das Gangsterliebchen sprechen?
Im Text steht geschrieben, dass belastende Beweise von den Behörden als gefälscht erkannt wurden. Das sind Ihre entlastenden Tatsachen. Und nur weil die Dame, wie Sie sagen, ein "Gangsterliebchen" ist, ist sie automatisch eine Verbrecherin. Auch für Sie gilt, unschuldig bis zum Beweis der Schuld.
4. Glück gehabt!
dosmundos 24.01.2013
Mal sehen, welche Verbrecher die neue mexikanische Regierung als nächstes freilässt. Das wahr sicher nur der Auftakt, um demnächst auch noch dickere Fische schwimmen zu lassen...
Mal sehen, welche Verbrecher die neue mexikanische Regierung als nächstes freilässt. Das wahr sicher nur der Auftakt, um demnächst auch noch dickere Fische schwimmen zu lassen...
5. Korrektur
-Danny- 24.01.2013
Ich meinte natürlich: ... ist sie nicht automatischen eine Verbrecherin.
Zitat von -Danny-- Im Text steht geschrieben, dass belastende Beweise von den Behörden als gefälscht erkannt wurden. Das sind Ihre entlastenden Tatsachen. Und nur weil die Dame, wie Sie sagen, ein "Gangsterliebchen" ist, ist sie automatisch eine Verbrecherin. Auch für Sie gilt, unschuldig bis zum Beweis der Schuld.
Ich meinte natürlich: ... ist sie nicht automatischen eine Verbrecherin.

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