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29.01.2013
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Doppelmord in Notzing

Angeklagter gesteht vor Gericht

DPA

Der Angeklagte im Landgericht: Geständnis zum Prozessauftakt

Der mutmaßliche Doppelmörder von Notzing hat zum Prozessauftakt ein Geständnis abgelegt. Er übernehme die volle Verantwortung für den Tod der Eltern seiner Ex-Verlobten, so der 22-Jährige. Es tue ihm "von Herzen leid".

Ingolstadt - Die Anklageschrift umfasst sechs Seiten, darin werden die Grausamkeiten des Verbrechens deutlich: Mit Dutzenden Messerstichen sowie Hieben mit einem Schürhaken und einem Beil wurde ein Ehepaar aus Notzing Ende März 2012 getötet. Vor dem Landgericht Landshut hat nun der 22-jährige Angeklagte gestanden: Er übernehme die volle und alleinige Verantwortung für die Tötung des 60-Jährigen und der 54-Jährigen, hieß es in einer Stellungnahme, die sein Anwalt vor Gericht verlas.

Er habe nicht geglaubt, dass er dazu fähig sei, hieß es weiter. Außerdem sei ihm bewusst, dass er größtes Leid über die Familie der Opfer und seine eigene Familie gebracht habe.

Laut Staatsanwalt Ralph Reiter hatte sich die Wut des Angeklagten vor allem gegen die Frau gerichtet - die Mutter seiner Ex-Verlobten. In einem "Overkill, einem Übertöten" sei er über die Frau hergefallen. Er habe die Eltern seiner Ex-Freundin dafür verantwortlich gemacht, dass die Beziehung in die Brüche gegangen war.

Laut Anklage wartete der Heizungsmonteur nach den Morden stundenlang auf seine Ex-Verlobte. Bei ihrer Rückkehr von der Berufsschule habe er die damals 17-Jährige bedroht, damit sie ihm beim Verstecken der Leichen helfe. Die im Garten vergrabenen Toten wurden zwei Tage später von der Polizei entdeckt.

Die junge Frau wurde bereits vom Amtsgericht Freising zu einer Bewährungsstrafe von sechs Monaten verurteilt, sie hat jedoch Berufung eingelegt. Am 7. Februar soll sie in dem Prozess gegen den 22-Jährigen aussagen. Da das Urteil gegen sie noch nicht rechtskräftig ist, könnte sie die Aussage vor dem Landgericht jedoch verweigern, weil sie sich nicht selbst belasten muss.

Im Prozess gegen den 22-Jährigen sind bis zum 13. März zwölf Verhandlungstage angesetzt. Er wird am Donnerstag fortgesetzt. Den von der Verteidigung gestellten Antrag auf Ausschluss der Öffentlichkeit wies das Gericht zurück.

aar/dpa/AFP/dapd

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