21.02.2013
Polizistenmord in Augsburg
Brüder schweigen vor Gericht
Angeklagte in Augsburg: Sie sollen den Polizisten Mathias V. erschossen haben
Augsburg - Wegen Mordes an einem Polizisten müssen sich zwei als extrem gefährlich eingestufte Brüder in Augsburg vor Gericht verantworten. Der Prozess gegen Raimund M., 59, und Rudolf R., 57, hat nun unter strengen Sicherheitsvorkehrungen begonnen. Zu den Vorwürfen äußerten sich die Angeklagten nicht.
Die Brüder sollen im Oktober 2011 den 41 Jahre alten Beamten Mathias V. kurz vor einem geplanten Raubüberfall kaltblütig erschossen und ebenso auf dessen Kollegin gefeuert haben. Außerdem werden den Männern mehrere Überfälle und Waffendelikte vorgeworfen.
Die Strafkammer des Augsburger Landgerichts ordnete zu Beginn des Verfahrens an, dass die Brüder wegen der vermuteten Gefährlichkeit während des Prozesses dauerhaft Fußfesseln tragen müssen. Alle Zuschauer wurden vor Betreten des Saals penibel durchsucht. Sieben Polizisten bewachten die beiden Angeklagten.
Rudolf R. wies die Vorwürfe zurück, beschwerte sich bei den Richtern über die Behandlung auch in der Untersuchungshaft und kündigte an, dass er keinerlei Fragen beantworten werde. Er gab noch nicht einmal seine Personalien zu Protokoll. Die Anklageschrift bezeichnete er als "Grimms Märchen". Der Verteidiger seines älteren Bruders erklärte, dass sich auch der 59-Jährige vorläufig weder zu dem Polizistenmord noch zu seinen persönlichen Verhältnissen äußern werde.
Nach der Verlesung der Anklage wurde der Prozess bis kommenden Dienstag unterbrochen. Das Gericht hat bis Jahresende 48 weitere Prozesstage geplant.
hut/dpa