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23.02.2013
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Freilassung auf Kaution

Pistorius kommt bei seinem Onkel unter

AFP

Pistorius am Freitag auf dem Weg zu seinem Onkel: Die Familie hält zum Mordverdächtigen

Oscar Pistorius ist gegen Kaution freigekommen - doch sein Haus darf er vorerst nicht betreten. Der Spitzensportler ist deshalb bei seinem Onkel untergekommen. Der sagt: "Die Wahrheit wird siegen."

Addis Abeba/Pretoria - Der südafrikanische Paralympics-Star Oscar Pistorius hat seine erste Nacht in Freiheit im Haus seines Onkels im Stadtteil Waterkloof in Pretoria verbracht. Dies berichtete der Sender SABC am Samstag. Der unter Mordverdacht stehende Sportler, der am Valentinstag seine Freundin Reeva Steenkamp erschossen hatte, war am Freitag gegen Kaution frei gekommen.

Pistorius darf zunächst nicht in sein Haus in Silverwood Estate zurückkehren, wo er durch die geschlossene Badezimmertür vier Schüsse auf seine Freundin abgegeben hatte. Die 29-jährige Steenkamp war daraufhin gestorben. Das Hausverbot ist eine der Kautionsauflagen, die Richter Desmond Nair zur Bedingung für Pistorius' Freilassung gemacht hatte.

Das Umfeld von Pistorius geht weiterhin von einem Unfall aus. "Als Familie kennen wir Oscars Version zu den Vorfällen aus der Nacht und wir wissen, dass die Wahrheit in diesem Fall siegen wird", sagte Arnold Pistorius, der Onkel des Sportstars.

Der 26-Jährige habe am Freitag eine erste Kautionsrate in Höhe von 100.000 Rand, umgerechnet rund 8500 Euro, auf einer Polizeistation gezahlt und sei anschließend entlassen worden, hieß es weiter. Insgesamt hatte Nair eine Million Rand, rund 85.000 Euro, als Kaution festgesetzt. Zu den Auflagen gehört außerdem, dass er keinen Kontakt zu den Nachbarn aufnehmen darf und der Polizei seine Waffensammlung sowie alle Pässe übergeben muss. Auch von Alkohol muss er sich fernhalten.

Ferner darf der sechsmalige Goldmedaillen-Gewinner bei den Paralympics keinen internationalen Flughafen betreten, nicht mit Zeugen sprechen und muss jederzeit telefonisch erreichbar sein. Außerdem muss er einen Beamten jederzeit über seinen Aufenthaltsort informieren. Wenn er die Stadt verlassen möchte, muss er um Erlaubnis bitten. Die Staatsanwaltschaft hatte wegen einer möglichen Fluchtgefahr den Verbleib in der Untersuchungshaft angestrebt.

Die Freilassung war empört aufgenommen worden, viele Menschen sehen darin eine Bevorzugung des prominenten Sportlers. Am 4. Juni muss der beinamputierte Leichtathlet erneut vor Gericht erscheinen.

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Nach Pistorius-Freilassung: Gemischte Gefühle am Kap

ore/dpa/SID

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insgesamt 45 Beiträge
1.
statussymbol 23.02.2013
"SIEGEN"? Selbst *wenn* man ihm keinen Mord nachweisen könnte und selbst wenn es sogar stimmen würde dass es ein Unfall war dann ist und bleibt es trotzdem erstens eine schlimme Tragödie - für die Opferfamilie und [...]
Zitat von sysopDer Spitzensportler ist deshalb bei seinem Onkel untergekommen. Der sagt: "Die Wahrheit wird siegen."
"SIEGEN"? Selbst *wenn* man ihm keinen Mord nachweisen könnte und selbst wenn es sogar stimmen würde dass es ein Unfall war dann ist und bleibt es trotzdem erstens eine schlimme Tragödie - für die Opferfamilie und eigentlich wohl auch für den "Täter" bzw. den "Unfallverursacher". Und er bleibt selbst wenn es ein Unfall war ein Schießwütiger Irrer. Allein die Tatsache wie die Täterfamilie auftritt, von "SIEG" spricht und wie sich Pistorius verhält zeigt ja wie weit es mit der "Reue" und dem Vertantwortungsbewusstsein ist... Einfach nur ohne Ende widerlich! Zumindest lässt sich ja anhand der Pistorius-Familie erahnen warum der Pistorius solch ein Mensch ist der wohl definitiv schon durch häusliche Gewalt aufgefallen ist und ja selbst gesagt hat dass wenn er Nachts nicht schlafen kann auf den Schießstand fährt...
2. unglaublich...
punkt.91 23.02.2013
...was man sich alles mit Ansehen, Ruhm und dem nötigen Kleingeld kaufen kann. Hat man eigentlich schon mal die Familie Steenkamp gefragt, ob sie ihren Schwiegersohn auch für unschuldig hält?!
...was man sich alles mit Ansehen, Ruhm und dem nötigen Kleingeld kaufen kann. Hat man eigentlich schon mal die Familie Steenkamp gefragt, ob sie ihren Schwiegersohn auch für unschuldig hält?!
3. Schlimmer Familienklüngel
wwwwalter 23.02.2013
Niemand von denen war dabei, als die Schüsse abgegeben wurden. Allein der Glaube an ihren Oskar und an das äußerst Unwahrscheinliche macht sie so sicher. Könnte noch verstehen, wenn die Eltern auch in ausweglosen Situationen [...]
Niemand von denen war dabei, als die Schüsse abgegeben wurden. Allein der Glaube an ihren Oskar und an das äußerst Unwahrscheinliche macht sie so sicher. Könnte noch verstehen, wenn die Eltern auch in ausweglosen Situationen an ihr Kind glauben, aber wenn fernere Verwandt sich derart voreingenommen solidarisieren, obwohl so vieles gegen den Beschuldigten spricht... ja dann kann man nur noch von üblem Familienklüngel sprechen. Es ist ein einziges Schmierentheater, was Polizei, Justiz, Anwälte, und die Familie des mutmaßlichen Mörders hier vor der Weltöffentlichkeit veranstalten.
4. tendenziöser Blödsinn.
achwas 23.02.2013
Zum einen - das Vorverfahren hat nahezu keinen Hinweis erbracht dass Pistorius seine Freundin kaltblütig und absichtlich erschossen hat. Im wesentlichen entspricht das ganze der von Pistorius freiwillig eingeräumten strafbaren [...]
Zum einen - das Vorverfahren hat nahezu keinen Hinweis erbracht dass Pistorius seine Freundin kaltblütig und absichtlich erschossen hat. Im wesentlichen entspricht das ganze der von Pistorius freiwillig eingeräumten strafbaren vorsatzlosen erfolgten Tötung. Die Kautionsauflagen sähen in Deutschland ähnlich aus - ein entsprechender Blick in's gesetz wäre ja mal ein Rechercheansatz. Was die Angelegenheit immer noch zu einer strafbaren - im deutschen Sinne "fahrlässigen" Tötung - macht und für die In Deutschland bei Ersttat unlängst 15 Monate Bewährungshaft (LG Hamburg) verteilt wurden. Und davon abgesehen - selbst bei einer fahrlässigen Tötung - der Mann hat dann ohne Vorsatz seine Partnerin erschossen. Wer mag da in den Spiegel schauen und von "siegen" sprechen - ausser in bezug auf die tatsache dass die gröbsten, tendenziösen Lügen (ein streitgespräch über 300-600m nachts, frühmorgens angeblich mithören ?... ahem) der Ermittlungsbehörden schon im Vorfeld in Fetzen liegen... Ich denke "freuen" kann sich hier niemand, ausser in der Hinsicht dass das verfahren jetzt ehrlicher verläuft
5. optional
chavezding 23.02.2013
Er kennt nur die von Version von Pistorius, eine andere gibt es schließlich nicht. Die Frage ist nur, ob er seiner Familie dasselbe erzählt hat wie dem Gericht. Aber glücklicherweise bekommt der Onkel somit auch etwas vom [...]
Er kennt nur die von Version von Pistorius, eine andere gibt es schließlich nicht. Die Frage ist nur, ob er seiner Familie dasselbe erzählt hat wie dem Gericht. Aber glücklicherweise bekommt der Onkel somit auch etwas vom Rampenlicht des berühmten Verwandten ab.... Ich könnte nicht einmal mit dem Gewissen weiterleben, meine Freundin versehentlich erschossen zu haben. Wie der Oscar das mit sich ausmacht, bleibt mir ein Rätsel.

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