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29.03.2013
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Aurora-Morde

Staatsanwaltschaft lehnt Deal mit Angeklagtem ab

REUTERS

Angeklagter Holmes: Ankläger schlagen Vergleichsangebot aus

Schuldeingeständnis gegen Verzicht auf die Todesstrafe - mit diesem Deal will die Verteidigung das Leben ihres Mandanten retten. Doch die Staatsanwaltschaft in Denver will sich im Fall des mutmaßlichen Attentäters von Aurora nicht auf einen Vergleich einlassen.

Denver - James Holmes bekennt sich schuldig - wenn die Staatsanwaltschaft im Gegenzug nicht die Todesstrafe für den mutmaßlichen Attentäter von Aurora fordert: Diesen Vorschlag der Anwälte lehnt die Anklage ab. Es sei "extrem unwahrscheinlich", dass Holmes' Schuldeingeständnis akzeptiert und damit auf die Forderung nach der Todesstrafe verzichtet werde, teilte die Staatsanwaltschaft mit.

Für ein solches Zugeständnis benötigten die Ankläger mehr Informationen von dem Verdächtigen, als seine Verteidigung bislang zugänglich mache. Holmes' Anwälte hatten angeboten, ihr Mandant werde sich der zwölf Morde schuldig bekennen - aber nur, wenn er nicht hingerichtet werde.

Die Staatsanwälte kritisierten, dass Holmes' Verteidiger das Angebot des Schuldeingeständnisses öffentlich gemacht hätten. Das solle die Öffentlichkeit und den Richter in Verhandlungen hineinziehen, die vertraulich bleiben sollten.

Für Montag ist eine Anhörung angesetzt, in der es zu einer Entscheidung kommen könnte, ob die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe fordert. Prozessbeobachter gehen davon aus, dass es in dem Verfahren eine entscheidende Rolle spielen wird, ob Holmes bei der Tat unzurechnungsfähig war. Bisher hatten die Verteidiger offengelassen, ob sie auf Unzurechnungsfähigkeit plädieren wollen. Allerdings berichtete die "Denver Post", dies werde die Strategie der Anwälte sein.

Der Prozess soll am 5. August mit der Auswahl der Jury beginnen. Holmes soll vergangenen Juli in einem Kino im Bundesstaat Colorado zwölf Menschen erschossen und 58 verletzt haben. Er war unmittelbar nach dem Amoklauf im Kino festgenommen worden und muss sich in 166 Anklagepunkten verantworten, darunter auch Mord und versuchter Mord.

ulz/dpa/AP/AFP

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insgesamt 50 Beiträge
1. Auge um Auge
guayaquil 29.03.2013
Tut mir leid, die Todesstrafe ist schon eine schlimme Sache, aber wenn wie in diesem Fall die Sachlage 100% klar ist, sollte der Mörder dem Weg seiner Opfer folgen. Es dürfte für die Überlebenden und Hinterbliebenen ein Schlag [...]
Tut mir leid, die Todesstrafe ist schon eine schlimme Sache, aber wenn wie in diesem Fall die Sachlage 100% klar ist, sollte der Mörder dem Weg seiner Opfer folgen. Es dürfte für die Überlebenden und Hinterbliebenen ein Schlag in's Gesicht sein, wenn solch ein Mörder durch Geschacher sein Leben wenn auch hinter Gitter abspulen kann und der Gemeinschaft jede Menge Geld kostet, daß für andere Zwecke besser verwendet werden kann.
2. Ich bin gegen die Todesstrafe......
swissdave 29.03.2013
doch finde ich es immer wieder befremdlich wenn ein amoklaufenderTodesbringer versucht, sich der Todesstrafe zu entziehen indem er irgendwelche Deals anbietet. Breivik hätte das bestimmt auch versucht, hätte Norwegen die [...]
doch finde ich es immer wieder befremdlich wenn ein amoklaufenderTodesbringer versucht, sich der Todesstrafe zu entziehen indem er irgendwelche Deals anbietet. Breivik hätte das bestimmt auch versucht, hätte Norwegen die Todesstrafe. Massenmörder haben eben ironischerweise ganz fest Angst vor dem Sterben.
3. Kosten
malcolmitm 29.03.2013
@ guayaquil: Ich denke auch unter Befürwortern der Todesstrafe ist es unbestritten, daß ein Häftling in der Todeszelle bis zu seiner Exekution mehr Geld kostet als ein "normaler Lebenslängiger". Hauptgrund sind die [...]
@ guayaquil: Ich denke auch unter Befürwortern der Todesstrafe ist es unbestritten, daß ein Häftling in der Todeszelle bis zu seiner Exekution mehr Geld kostet als ein "normaler Lebenslängiger". Hauptgrund sind die Anklage- und Verteidigungskosten. Siehe http://de.m.wikipedia.org/wiki/Todesstrafe#section_5
4. Die ewige Diskussion
lawgiver74 29.03.2013
Wie fast immer bei derart furchtbaren Verbrechen kommt natürlich auch in Fällen von Amokläufen wie dem von Aurora die Forderung nach der Todesstrafe auf. Aus Sicht der Opfer ist das auch vollkommen nachvollziehbar und m.E. nach [...]
Wie fast immer bei derart furchtbaren Verbrechen kommt natürlich auch in Fällen von Amokläufen wie dem von Aurora die Forderung nach der Todesstrafe auf. Aus Sicht der Opfer ist das auch vollkommen nachvollziehbar und m.E. nach auch absolut menschlich und legitim. In tatsächlicher Hinsicht kann sich aber kein demokratischer Rechtsstaat wirklich auf etwas derart archaisches wie die Todesstrafe verlassen. Die Risiken überwiegen den Nutzen derart massiv, dass man es einfach nicht vertreten kann. Insbesondere schreckt die Todesstrafe nachweislich NICHT ab. Der normale rechtstreue Bürger wird durch das gewöhnliche Strafmaß (Freiheitsstrafe, lebenslänglich) schon genügend abgeschreckt, während die wirklichen Kriminellen ohnehin darauf vetrauen nicht gefasst zu werden. Die Todesstrafe hat einfach keinerlei praktischen Nutzen, geht aber einher mit dem Risiko irreversibler Fehlurteile!
5. Kosten?
tweet4fun 29.03.2013
Ich finde es widerlich, daß immer wieder sofort die Kostenfrage in den Raum gestellt wird. Genau das sollte die geringste Wertung haben - wenn überhaupt. Denn mit dieser Geisteshaltung ist es nur noch ein einziger weiterer [...]
Ich finde es widerlich, daß immer wieder sofort die Kostenfrage in den Raum gestellt wird. Genau das sollte die geringste Wertung haben - wenn überhaupt. Denn mit dieser Geisteshaltung ist es nur noch ein einziger weiterer Schritt zu der Frage: Was kostet ein Geisteskranker in einer Anstalt oder wie hoch wird die Gemeinschaft belastet durch Rentner? Das ist in höchstem Maße sowohl zynisch als auch unmenschlich. Ein menschliches Leben sollte mit anderen Prämissen bewertet werden, jedoch nie mit Geld! Es reicht doch, wenn sich die Versicherungs-Fuzzis damit beschäftigen.

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