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Panorama

Italien

Sechs Tote bei Massenpanik in Diskothek

Bei einem Konzert mit rund 1000 Besuchern in Italien ist Panik ausgebrochen. Sechs Menschen starben im Gedränge - offenbar hatte zuvor ein Unbekannter Reizgas versprüht.

STRINGER/EPA-EFE/REX
Samstag, 08.12.2018   12:35 Uhr

Bei einer Massenpanik in einer Diskothek in der Nähe der italienischen Stadt Ancona an der Adria sind laut Polizei sechs Menschen ums Leben gekommen. Etliche Menschen wurden bei dem Konzert in Madonna del Piano nach ersten Angaben verletzt.

Ein Unbekannter hatte zuvor offenbar Reizgas versprüht. Das könnte der Auslöser für die Panik gewesen sein. Etliche Menschen drängten zu den Ausgängen. Dabei starben sechs Menschen, vor allem Minderjährige. Nach Polizeiangaben kamen drei Mädchen, zwei Jungen und eine 39-Jährige ums Leben. Die getöteten Teenager seien im Alter von 14 bis 16 Jahren gewesen, sagte ein Polizeisprecher zu Sky Italia TV.

In ersten Medienberichten war die Rede von 120 Verletzten, zehn von ihnen schwer. Die Behörden sprachen von 50 Verletzten. Laut der italienischen Nachrichtenagentur Ansa schweben einige in Lebensgefahr. Sanitäter berichteten, viele der Verletzten hätten in dem Gedränge teils schwere Quetschungen oder Knochenbrüche davongetragen.

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Panik in einer italienischen Disko: Tod im Gedränge

Laut Zeugen waren nicht alle Notausgänge geöffnet. "Wir sind zu einem der Notausgänge gelaufen, aber er war versperrt. Die Türsteher sagten uns, wir sollten wieder reingehen", zitierte die Zeitung "Corriere della Sera" einen 16-Jährigen, der verletzt wurde.

Auch "La Repubblica" berichtete unter Berufung auf einen Konzertbesucher, dass mindestens ein Notausgang versperrt gewesen sei. Ein Sprecher der Feuerwehr sagte, alle Türen seien offen gewesen, als die Einsatzkräfte eintrafen. Es sei zu früh, um über Sicherheitsmängel zu spekulieren. Einem anderen Augenzeugen zufolge stürzte in dem Gedränge in dem Nachtclub eine Mauer ein.

Vor der Diskothek "Lanterna Azzurra" ("Blaue Laterne) fuhren Dutzende von Krankenwagen, Feuerwehren und Polizeifahrzeugen auf. Etwa 1000 Menschen waren zu dem Konzert des italienischen Rappers Sfera Ebbasta gekommen.

Der italienische Innenminister Matteo Salvini versprach Aufklärung. "Mit 15 Jahren darf man so nicht sterben", sagte er und kündigte eine Schweigeminute während einer geplanten Kundgebung seiner Partei in Rom an. Es sei eine Pflicht, "die Verantwortlichen für die sechs entrissenen Leben zu finden, diejenigen, die aus Boshaftigkeit, Dummheit oder Habgier einen Party-Abend in eine Tragödie verwandelt haben".

jpz/dpa/AFP/Reuters/AP

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