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Panorama

Staatsschutz ermittelt

Brandanschlag auf türkisches Restaurant in Chemnitz

In Chemnitz ist in der Nacht ein Brandanschlag auf ein türkisches Restaurant verübt worden. Offenbar drangen drei Unbekannte in das Lokal ein und legten dort Feuer.

DPA

Brandanschlag auf Restaurant in Chemnitz

Donnerstag, 18.10.2018   14:18 Uhr

In einem türkischen Restaurant in Chemnitz haben Unbekannte am frühen Morgen einen Brandanschlag verübt. Der Staatsschutz habe die Ermittlungen übernommen, weil sich derzeit ein fremdenfeindliches Motiv nicht ausschließen lasse, teilte die Polizei mit. Wegen des Feuers mussten den Angaben zufolge 17 Anwohner in dem Mehrfamilienhaus vorübergehend ihre Wohnungen verlassen, verletzt wurde niemand.

Die Anwohner waren laut Polizei gegen 2.20 Uhr von einer Detonation aufgeschreckt worden. Wenig später drang Rauch aus dem Lokal. Die Feuerwehr konnte den Brand schnell unter Kontrolle bringen. Die Anwohner kehrten noch am Morgen in ihre Wohnungen zurück.

Tim Mönch

Ausgebranntes Restaurant

Brandermittler versuchten, den Tathergang zu rekonstruieren. Die Polizei geht bislang davon aus, dass Unbekannte in das Lokal eingedrungen sind und das Feuer gelegt haben. Anwohner hatten kurz nach dem Brand drei Menschen gesehen, die vom Tatort wegrannten. Zeugenangaben zufolge handelte es sich um dunkel gekleidete Männer im Alter von etwa 25 Jahren, die schließlich in einem Auto flohen.

In Chemnitz war es Ende August nach dem gewaltsamen Tod eines 35-Jährigen zu zahlreichen Demonstrationen gekommen, an denen sich rechtsradikale Gruppen beteiligten. Diese mündeten teils in Gewalt.

Zuletzt wurden ausländische Geschäfte oder Restaurants Ziel von Straftaten. Im Januar wurde die Filiale eines kurdischen Bäckers mit SS-Runen und Hakenkreuzen beschmiert. Anfang Oktober wurde der Inhaber eines persischen Lokals von Unbekannten angegriffen und verletzt.

Auch ein jüdisches Restaurant wurde angegriffen: Ende August drangen Vermummte im Zuge einer rechten Demonstration in den Laden ein und verletzten den Inhaber.

wit/dpa/AFP

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