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Panorama

Tötungsdelikt in Chemnitz

Staatsanwaltschaft beantragt Haftbefehl gegen zwei Männer

Auslöser für die Ausschreitungen in Chemnitz war eine Messerattacke, bei der ein 35-Jähriger ums Leben kam. Nun hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehl gegen zwei Tatverdächtige beantragt.

STRINGER/EPA-EFE/REX/Shutterstock

Tatort in Chemnitz

Montag, 27.08.2018   14:21 Uhr

Einen Tag nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes in Chemnitz hat die Staatsanwaltschaft Haftbefehle gegen zwei Tatverdächtige beantragt. Wie die Behörde mitteilte, wurden am Nachmittag ein 23-jähriger Syrer und ein 22 Jahre alter Iraker dem Haftrichter vorgeführt.

Den Männern wird gemeinschaftlicher Totschlag vorgeworfen. Sie sollen am frühen Sonntagmorgen nach einer vorangegangenen verbalen Auseinandersetzung in der Innenstadt mehrfach auf einen 35-jährigen Mann eingestochen haben. Das Opfer starb kurz darauf im Krankenhaus. Die Ermittlungen zum Tatmotiv, zum genauen Ablauf der Tat und zur Tatwaffe dauern an, hieß es.

Bei dem Getöteten handelt es sich nach SPIEGEL-Informationen um einen Deutschen mit kubanischen Wurzeln. Sein ehemaliger Ausbildungsbetrieb äußerte sich auf Facebook bestürzt über den Tod des Mannes.

Am Sonntag war es in Chemnitz zu Ausschreitungen gekommen. Rund 800 Rechtsextreme marschierten durch die Stadt und skandierten Parolen. Die Polizei wirkte überfordert. Auf Videos ist zu sehen, wie ausländisch aussehende Menschen von Personen aus der Masse heraus attackiert werden. Die Bundesregierung verurteilte diese Hetzjagden scharf.

Für den Abend sind in Chemnitz erneut Demonstrationen angekündigt. Die sächsische Polizei bereitet sich nach eigener Aussage "auf Hochtouren" darauf vor.

bbr/Reuters/AFP

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