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Panorama

2550 Angriffe auf Bahnmitarbeiter

Gewerkschaft fordert Bodycams für Zugbegleiter

Sie werden bepöbelt oder sogar geschlagen: Übergriffe auf Bahnmitarbeiter nehmen seit Jahren zu. Die Gewerkschaft fordert deshalb, Zugbegleiter besser vor aggressiven Fahrgästen zu schützen - mit Kameras.

DPA

Bahn-Mitarbeiter mit Bodycam

Sonntag, 12.08.2018   14:40 Uhr

Die Bahngewerkschaft EVG fordert die Deutsche Bahn auf, Körperkameras bei ihren Zugbegleitern zu testen, um sie besser vor aggressiven Fahrgästen zu schützen. Sollte der Test erfolgreich sein, will die Gewerkschaft, dass die sogenannten Bodycams flächendeckend im Nahverkehr aller deutschen Eisenbahnunternehmen eingeführt werden.

"Wir sind nicht bereit, hinzunehmen, dass aggressives und respektloses Verhalten immer weiter um sich greift", sagte der stellvertretende Vorsitzende der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG), Klaus-Dieter Hommel. "Unsere Kolleginnen und Kollegen haben einen Anspruch darauf, sicher unterwegs zu sein."

Laut dem Sicherheitsbericht der Deutschen Bahn greifen immer mehr Fahrgäste Bahnmitarbeiter an, etwa wenn sie ohne Ticket ertappt werden. Demnach wurden im vergangenen Jahr 2550 DB-Mitarbeiter angegriffen, sieben Prozent mehr als noch 2016.

Viele Übergriffe in NRW

Die am Körper getragenen Kameras könnten den Zugbegleitern nach Ansicht der EVG helfen, potenzielle Täter abzuschrecken und bei der Aufklärung von Übergriffen helfen. Als Ort für den Pilotversuch schlägt die Gewerkschaft die Regionalbahn in Nordrhein-Westfalen vor, da dort besonders viele Übergriffe passierten.

Die Deutsche Bahn hatte 2017 bereits einen solchen Pilotversuch gemacht - bei ihrem Sicherheitspersonal. Dieser verlief laut Hommel positiv: "Durch den Einsatz von Körperkameras, der ausschließlich auf freiwilliger Basis erfolgte, ist die Zahl der Übergriffe bei DB Sicherheit zurückgegangen."

Das bestätigte auch die Berliner Datenschutzbehörde in ihrem Jahresbericht 2017. Demnach erhöhten die Bodycams aber nicht die Sicherheit der Fahrgäste. Auch hätten weder Verstöße gegen das Hausrecht noch Sachbeschädigungen verhindert werden können.

koe/dpa

insgesamt 17 Beiträge
zeisig 12.08.2018
1. Immer her damit.
Wenn es denn etwas nützt. Aber das müssen die Betroffenen, in diesem Fall die Bahnmitarbeiter entscheiden dürfen.
Wenn es denn etwas nützt. Aber das müssen die Betroffenen, in diesem Fall die Bahnmitarbeiter entscheiden dürfen.
hle 12.08.2018
2. Was soll das bringen?
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass hier jemand Bodycams verkaufen möchte. 1. Warum stattet man den Zug nicht mit Kameras aus? 2. Könnte es sein, dass die Übergriffe mit dem zunehmenden Unmut bzgl. Service und [...]
Irgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass hier jemand Bodycams verkaufen möchte. 1. Warum stattet man den Zug nicht mit Kameras aus? 2. Könnte es sein, dass die Übergriffe mit dem zunehmenden Unmut bzgl. Service und Pünktlichkeit zu tun hat? 3. Ich bin Vielfahrer, aber Übergriffe sind mir noch nie aufgefallen.
spon_2485973 12.08.2018
3. Äh...?
Datenschutz? Recht auf inform. Selbstbestimmung? Sinn? Kosten?
Datenschutz? Recht auf inform. Selbstbestimmung? Sinn? Kosten?
irvington 12.08.2018
4. Alkohol in Zügen verbieten!!!
Es ist jedes Wochenende dasselbe, erst recht wenn Fussballundesliga oder Regionalligaspieltag ist. Pöbelnde Fans im Zug, man kann nur jedem abraten Samstag- oder Sonntag Bahn zu fahren. Wäre Alkohol im Zug verboten (wie in [...]
Es ist jedes Wochenende dasselbe, erst recht wenn Fussballundesliga oder Regionalligaspieltag ist. Pöbelnde Fans im Zug, man kann nur jedem abraten Samstag- oder Sonntag Bahn zu fahren. Wäre Alkohol im Zug verboten (wie in vielen anderen Ländern), wäre die Lage zumindest schon einmal so, dass die Jungs und Mädels nach und nach ausnüchtern könnten oder sich für ein anderes Verkehrsmittel entscheiden würden (das wäre am besten!). Alkoholisierte Fans oder (noch schlimmer) Neonazis haben im Zug nichts verloren. Deshalb keine Mitnahme von Bierkästen! Keine Mitnahme von Dosenpalletten! Und kein Bierausschank im Bordbistro! Man kann ja wohl einmal fünf Stunden auf Alkohol verzichten. Und das sage ich als jemand, der wirklich gern Bier und Wein trinkt.
mwroer 12.08.2018
5.
Weil Zugkameras nicht alles erfassen können - rein technisch sind da viele Sitze im Weg und die Umbaukosten für die Züge übersteigen vermutlich die Kosten für BodyCams um einiges. Womit die Übergriffe zu tun haben ist [...]
Zitat von hleIrgendwie beschleicht mich das Gefühl, dass hier jemand Bodycams verkaufen möchte. 1. Warum stattet man den Zug nicht mit Kameras aus? 2. Könnte es sein, dass die Übergriffe mit dem zunehmenden Unmut bzgl. Service und Pünktlichkeit zu tun hat? 3. Ich bin Vielfahrer, aber Übergriffe sind mir noch nie aufgefallen.
Weil Zugkameras nicht alles erfassen können - rein technisch sind da viele Sitze im Weg und die Umbaukosten für die Züge übersteigen vermutlich die Kosten für BodyCams um einiges. Womit die Übergriffe zu tun haben ist doch wohl völlig egal - oder wollen Sie andeuten es sei in Ordnung dem Schaffner was vor die Glocke zu hauen weil der ICE 30 Minuten Verspätung hat? Und werten wir das verpassen des Anschlusszuges als mildernden Umstand oder Rechtfertigung? Ich fahre auch nicht wenig, würde mal sagen so 3 bis 4 Mal wurde es unangenehmer für den Zugbegleiter, aber dann haben sich alle Umstehenden eingemischt :)

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