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Panorama

Prozess in Düsseldorf

Junge stirbt in Klinik - Ärzte freigesprochen

Ein Siebenjähriger erlitt einen Darmverschluss, wurde im Krankenhaus aber nicht operiert und starb. Zwei Ärzte sind vor Gericht nun entlastet worden - doch abgeschlossen ist der Fall noch nicht.

DPA

Klinikärzte auf der Anklagebank

Dienstag, 12.02.2019   16:14 Uhr

Nach dem Tod eines Siebenjährigen in einem Düsseldorfer Krankenhaus sind zwei Kinderärzte vom Vorwurf der fahrlässigen Tötung freigesprochen worden. Einem Gutachten zufolge können sie nicht für die Entscheidung gegen eine dringend notwendige Operation verantwortlich gemacht werden. Dieser Ansicht hat sich nun das Düsseldorfer Amtsgericht angeschlossen.

Die Staatsanwaltschaft will stattdessen Ermittlungen nun gegen Chirurgen der Klinik aufnehmen, die für den Tod des Jungen verantwortlich sein könnten.

Chirurgen im Visier der Ermittler

Der Siebenjährige hatte laut Obduktion an einem gefährlichen Darmverschluss gelitten. Nach fast zwölf Stunden in der Klinik starb er. Die Staatsanwaltschaft brachte nach dem Tod im Jahr 2016 deshalb einen 64 Jahre alten Oberarzt und eine 31 Jahre alte Assistenzärztin wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. In dem Prozess beantragte die Anklagebehörde schließlich selbst, beide freizusprechen.

Der Gutachter hatte ausgesagt, dass die Verantwortung für die nicht erfolgte, aber dringend notwendige Operation des Jungen nicht bei den angeklagten Kinderärzten gelegen habe. Die Richterin sagte: "Es ist bei ihnen kein fehlerhaftes Handeln erkennbar."

apr/dpa

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