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Panorama

Landgericht Freiburg

Missbrauchsfall Staufen - lange Haftstrafen gefordert

Im Fall des Missbrauchs eines Jungen im Breisgau haben die Plädoyers begonnen. Der Hauptangeklagte Christian L. bat laut seiner Verteidigerin selbst um Sicherungsverwahrung.

DPA

Angeklagte im Landgericht Freiburg

Freitag, 13.07.2018   18:59 Uhr

Im Hauptprozess zum Missbrauch eines Kindes in Staufen hat die Staatsanwaltschaft vierzehneinhalb Jahre Haft für die Mutter gefordert. Deren Lebensgefährte solle dreizehneinhalb Jahre ins Gefängnis, sagte Staatsanwältin Nikola Novak in ihrem Plädoyer vor dem Landgericht. Zudem forderte sie für den 39-jährigen Christian L. anschließende Sicherungsverwahrung.

Die Anwältin von L., Martina Nägele, sprach sich für neun Jahre Haft mit Sicherungsverwahrung aus. Um die Sicherungsverwahrung habe ihr Mandant ausdrücklich gebeten, sagte sie der Deutschen Presse-Agentur. Sein Wunsch sei es, therapiert zu werden.

Leben der Missbrauchsopfer schwer beeinträchtigt

Berrin T. und Christian L. haben gestanden, den heute zehn Jahre alten Jungen mehr als zwei Jahre lang im Internet angeboten und Männern gegen Geld für Vergewaltigungen überlassen zu haben. Zudem sollen sie das Kind sowie ein kleines Mädchen auch selbst mehrfach sexuell missbraucht haben.

Das Leben der Missbrauchsopfer sei durch die Taten schwer beeinträchtigt, sagte deren Anwältin Katja Ravat. Beide litten noch heute darunter, die weiteren Folgen seien nicht vorhersehbar. Sie forderte für L., wie die Staatsanwältin, dreizehneinhalb Jahre Haft und Sicherungsverwahrung. Die Mutter solle mehrere Jahre ins Gefängnis. Ein konkretes Strafmaß nannte Ravat auf Wunsch des Jungen nicht.

Unabhängig von Haftstrafen forderte sie von den zwei Angeklagten jeweils mindestens 30.000 Euro Schmerzensgeld für den missbrauchten Jungen und 12.500 Euro für das Mädchen. Die Anwälte von T. und L. erklärten, sie seien mit diesen Summen einverstanden. Ob das Geld wirklich fließe, sei fraglich, sagte Ravat. Die beiden seien finanziell dazu vermutlich nicht in der Lage. Der Verteidiger der Mutter plädiert am 1. August. Das Urteil wird dem Gericht zufolge am 7. August verkündet.

Parallel laufen die Planungen für einen weiteren Prozess: Vom 26. Juli an muss sich vor dem Landgericht Freiburg ein 33 Jahre alter Mann aus Spanien verantworten. Er soll den Jungen mehrfach vergewaltigt und dafür Geld bezahlt haben. Es ist laut Justiz der siebte und damit letzte Prozess in dem Missbrauchsfall, in dem es insgesamt acht Verhaftungen und Anklagen gab.

bbr/dpa

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