Schrift:
Ansicht Home:
Panorama

Cold Case aus Hamburg

Versuchter Mord an Mädchen - Verteidiger fordert Freispruch

Im Prozess um einen Mordversuch vor fast 38 Jahren haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung einen Freispruch für den Angeklagten gefordert. Für eine Verurteilung des 54-Jährigen würde es an Indizien fehlen.

Donnerstag, 18.10.2018   12:22 Uhr

Anfang Februar nahm ein Spezialkommando der Polizei in Hamburg einen Verdächtigen fest. Die Ermittler nahmen an, dass er vor fast 38 Jahren eine Jugendliche mit einem Messer angegriffen und beinahe getötet haben soll. Im Prozess um die Tat haben Staatsanwaltschaft und Verteidigung nun einen Freispruch für den 54-Jährigen gefordert - weil die Indizien ihrer Meinung nach nicht für eine Verurteilung ausreichen.

Zudem beantragte die Staatsanwältin vor der Jugendstrafkammer am Landgericht dem Mann eine Entschädigung für seine Untersuchungshaft von viereinhalb Monaten zu zahlen. Sie hatte ihn zuvor wegen versuchten Mordes angeklagt.

Der Verteidiger des Mannes kritisierte auch die Arbeit der Soko Cold Cases der Hamburger Polizei. Es seien zahlreiche Ermittlungsfehler gemacht worden. Zudem sei die Tatwaffe und weitere Gegenstände aus der Nähe des Tatorts aus der Asservatenkammer verschwunden.

Eine damals 16-Jährige war nach Angaben der Staatsanwaltschaft Anfang November 1980 angegriffen worden. Der Täter soll im Stadtteil Steilshoop in der Nähe eines Tatorts, an dem Wochen zuvor eine andere 16-Jährige angriffen worden war, mit einem Jagdmesser auf das Mädchen eingestochen haben. Als er die Jugendliche für tot hielt, soll er versucht haben, sie zu vergewaltigen. Als Passanten hinzukamen, ergriff er die Flucht. Das Mädchen überlebte dank einer Notoperation.

sen

Verwandte Artikel

Artikel

© SPIEGEL ONLINE 2018
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung
TOP