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Panorama

Tod von Fußballer Niklas Feierabend

Unfallfahrer zu Bewährungsstrafe verurteilt

Drei junge Menschen starben im vergangenen Mai bei einem Autounfall in Niedersachsen - darunter Hannover-96-Nachwuchsspieler Niklas Feierabend. Nun hat ein Gericht den Fahrer verurteilt.

DPA

Der Unglückswagen am Unfallort

Donnerstag, 09.02.2017   17:15 Uhr

Neun Monate nach dem Tod des Hannover-96-Jungprofis Niklas Feierabend und zwei weiterer Teenager ist gegen den Fahrer des Unfallwagens wegen fahrlässiger Tötung, fahrlässiger Körperverletzung und Fahrens unter Alkoholeinfluss eine Bewährungsstrafe verhängt worden. Das Amtsgericht Hannover verurteilte den 22-Jährigen zu einem Jahr und acht Monaten.

Der junge Mann hatte nach Überzeugung des Gerichts mindestens 1,12 Promille Alkohol im Blut, als er mit seinem Wagen am frühen Morgen des 1. Mai 2016 bei Pattensen verunglückte. Er war auf der Landstraße südlich von Hannover nicht mit überhöhter Geschwindigkeit unterwegs gewesen, war aber von der Straße abgekommen und gegen einen Baum geprallt. Die drei Insassen auf der Rückbank starben, sie sollen nicht angeschnallt gewesen sein. Der Fahrer wurde schwer, sein Beifahrer leicht verletzt.

Die einzige mögliche Erklärung für einen Fahrfehler sei Alkoholkonsum gewesen, hieß es in der Urteilsbegründung, wie ein Gerichtssprecher sagte. Der Unfalltod eines Kindes sei das Schlimmste, was Eltern erleiden könnten, betonte der Richter. Der Täter sei aber auch Opfer seiner eigenen Tat geworden.

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Unfallort (am 1. Mai 2016)

Der Verteidiger des 22-Jährigen hatte erklärt, dass sein Mandant keine Erinnerungen an den Unfall habe. Er ist demnach noch krankgeschrieben, hatte Suizidgedanken und kämpft mit seiner Schuld. Alle Beteiligten hatten zusammen den 19. Geburtstag des Fußballers Niklas Feierabend gefeiert. Nach Aussage seines Verteidigers hatte der 22-Jährige am Abend des Unglücks Bier getrunken, sich bei der Abfahrt aber wieder fahrtüchtig gefühlt.

Feierabend galt als eines der größten Talente von Hannover 96. Im Januar vergangenen Jahres war der Stürmer mit der Profimannschaft ins Trainingslager in die Türkei gereist. Anschließend hatte Feierabend einen Profivertrag unterschrieben, ab Sommer 2016 sollte der Offensivspieler endgültig zur ersten Mannschaft gehören.

mxw/dpa

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