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Paderborn

Richter wechseln Gutachter im Höxter-Prozess

Im Prozess um die Misshandlungen von Frauen im westfälischen Höxter wird ein Sachverständiger ausgetauscht. Das Verfahren zieht sich damit weiter in die Länge.

DPA

Landgericht Paderborn

Dienstag, 12.12.2017   14:08 Uhr

Im Mordprozess um das sogenannte Horrorhaus von Höxter hat das Landgericht Paderborn einen Sachverständigen von seiner Aufgabe entbunden. Es werde einen Gutachterwechsel geben, teilte das Gericht mit.

Der Sachverständige, ein Professor der Universität Regensburg, hatte sich bei seiner Aussage als Zeuge Mitte November in Widersprüche verwickelt und anschließend krankgemeldet. Für den Gutachterwechsel führte das Gericht nun gesundheitliche Gründe des Sachverständigen an und verwies auf die Vorlage eines Attests einer Regensburger Klinik.

Stattdessen soll den Angaben zufolge nun die Ärztliche Direktorin der Gerichtspsychiatrie in Lippstadt-Eickelborn nicht nur die Angeklagte Angelika W., sondern auch ihren Ex-Mann Wilfried W. begutachten.

Der 47-jährige Wilfried W. und seine 48-jährige Ex-Frau Angelika W. sind wegen Mordes durch Unterlassen angeklagt. Das Paar soll über Jahre Frauen in sein Haus nach Ostwestfalen gelockt und dort schwer misshandelt haben. Zwei Frauen aus Niedersachsen starben infolge der Quälereien.

Der Wechsel des Sachverständigen hatte sich an früheren Verhandlungstagen bereits angedeutet. Er wird das Prozessende nach bislang 36 Verhandlungstagen voraussichtlich um weitere Monate nach hinten verschieben. Ein Urteil wird im Frühjahr 2018 erwartet.

fok/dpa

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