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Panorama

Asylunterkunft in Koblenz

Polizist schießt nach mutmaßlichem Messerangriff auf 27-Jährigen

In Koblenz soll ein Syrer mit einem Messer nach einem Polizisten gestochen haben. Dieser gab zwei Schüsse ab und verletzte den 27-Jährigen schwer. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen beide Beteiligten.

Freitag, 15.06.2018   13:12 Uhr

In Koblenz ist ein Polizeieinsatz an einer Asylunterkunft eskaliert. Die Beamten waren wegen einer Ruhestörung gerufen worden. Ersten Erkenntnissen zufolge soll ein Bewohner mit einem Messer in Richtung eines Polizisten gestochen haben. Der 27-Jährige sei daraufhin von dem Beamten angeschossen und schwer verletzt worden, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Die Ermittlungen zu dem Geschehen liefen.

Nach Angaben der Koblenzer Ermittlungsbehörde soll der 27-jährige Syrer am Donnerstagabend in einer Asylbewerberunterkunft zunächst Beamte des Ordnungsamts mit einem Messer bedroht haben, als diese ihn wegen des Verdachts einer Ruhestörung aufsuchten. Sie setzten sich mit Pfefferspray zur Wehr, daraufhin flüchtete der Bewohner.

Zwei inzwischen eingetroffene Polizisten verfolgten den Mann. Dabei soll er nach bisherigen Erkenntnissen plötzlich angehalten und "in Richtung des Kopfbereichs eines Polizeibeamten" gestochen haben, wie es von der Staatsanwaltschaft hieß. Dieser schoss zweimal auf die Beine des Manns. Ein Schuss ging daneben, der andere traf den 27-Jährigen im Bereich des Unterbauchs.

Der Syrer liegt seit der Nacht in einem Krankenhaus. Er wurde operiert und ist nicht vernehmungsfähig. Er wurde vorläufig festgenommen, gegen ihn wird wegen des Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt. Gegen den 31-jährigen Beamten wurde ein Ermittlungsverfahren wegen des Anfangsverdachts der gefährlichen Körperverletzung eingeleitet. Es soll geklärt werden, ob er in Notwehr handelte.

ulz/AFP

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