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Panorama

Angeblicher Überfall auf Geldtransporter

Geldbote könnte Lösegeldzahlung fingiert haben

Der spektakuläre Raubüberfall auf einen Schweizer Geldtransporter war womöglich nur inszeniert: Die Polizei hat den Geldboten sowie dessen angeblich entführte Tochter in Frankreich festgenommen.

Dienstag, 13.02.2018   18:25 Uhr

Nach einer womöglich fingierten Entführung mit Lösegeldzahlung sind ein Geldbote und seine Tochter festgenommen worden. Die beiden befänden sich zusammen mit einem mutmaßlichen Helfer in Lyon in Gewahrsam, teilten die Ermittler mit.

Der in der Schweiz tätige Geldbote hatte behauptet, den gesamten Inhalt seines Geldtransporters an angebliche Entführer seiner Tochter gezahlt zu haben, die daraufhin freigelassen worden sei. Die Beute belief sich Medienberichten zufolge auf 20 bis 30 Millionen Schweizer Franken.

Zunächst hatten die Ermittler über die Tochter gesagt: "Wir haben keinen Grund, an ihren Angaben zu zweifeln." Die Justiz ging von einem Fall organisierter Kriminalität aus.

Offenbar haben die Ermittler inzwischen aber Zweifel an der Darstellung von Vater und Tochter: Die 22-Jährige hatte der Polizei erzählt, sie sei vergangene Woche von zwei Männern aus ihrer Studentenwohnung in Lyon entführt worden, die sich als Klempner ausgegeben hätten.

Die angeblichen Entführer hätten dann ihren Vater kontaktiert, der den gesamten Inhalt des Geldtransporters auf einem Parkplatz im Schweizer Kanton Waadt an die Kriminellen übergeben habe.

Die Tochter des Transporterfahrers war am Donnerstagabend von der französischen Polizei am Rand einer Straße der Gemeinde Tramoyes östlich von Lyon entdeckt worden.

apr/AFP

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