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Hessen

Mann nach Doppelmord auf Justizgelände zu lebenslanger Haft verurteilt

Weil er am Frankfurter Justizzentrum zwei Menschen mit Schüssen und Messerstichen tötete, muss ein Mann lebenslang ins Gefängnis. Das hat das Limburger Landgericht entschieden.

DPA

Landgericht in Limburg (Archiv)

Montag, 11.02.2019   18:56 Uhr

Nach einem Doppelmord auf dem Justizgelände in Frankfurt am Main ist der Täter zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Richter des Limburger Landgerichts sahen zudem eine besondere Schwere der Schuld, was eine vorzeitige Haftentlassung nach 15 Jahren in der Praxis so gut wie ausschließt. Die Schwurgerichtskammer folgte mit dem Urteil dem Plädoyer der Staatsanwaltschaft.

Der aus Afghanistan stammende Mann hatte im Januar 2014 vor und im Frankfurter Gerichtsgebäude zwei Landsleute mit einer Schusswaffe und einem Messer getötet - vor deren Prozess um die Tötung seines Bruders.

In erster Instanz war er vom Frankfurter Landgericht zu einer lebenslangen Freiheitsstrafe verurteilt worden, zudem wurde die besondere Schwere der Schuld festgestellt. Dieses Urteil wurde jedoch vom Bundesgerichtshof wegen einer möglichen Befangenheit des Vorsitzenden Richters aufgehoben.

Verteidigung plädierte auf Totschlag

Deswegen musste das Limburger Landgericht den Fall neu verhandeln. Laut Anklage hatte der Afghane seinen beiden Opfern vor dem Gerichtsgebäude aufgelauert und diese sowohl mit zahlreichen Schüssen aus einer halbautomatischen Pistole als auch mit Stichen eines Jagdmessers getötet. Die Pistole will er zuvor für den Eigenschutz im Frankfurter Bahnhofsviertel gekauft haben.

Jahre zuvor sollen die beiden Opfer den Bruder des Angeklagten getötet und seinen Sohn schwer verletzt haben. Offenbar hatten die Männer sich um Abstellplätze für gebrauchte Autos gestritten. Die beiden späteren Opfer waren freigesprochen worden. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass der Angeklagte deshalb Selbstjustiz übte.

Die Verteidigung hatte auf Totschlag in zwei Fällen plädiert, ohne eine konkrete Strafhöhe zu nennen. Vor Gericht behauptete der Angeklagte, dass er von seinen Opfern bedroht worden sei und einer möglichen Attacke auf seine Familie zuvorkommen wollte. Die Kammer glaubte ihm das aber nicht.

wit/dpa/AFP

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