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Panorama

Brand im Grenfell Tower

Grün ist die Mahnung

Vor einem Jahr brannte in London ein Hochhaus, 72 Menschen starben. Die Anwohner haben nun an die Katastrophe erinnert.

Donnerstag, 14.06.2018   13:41 Uhr

Ein Jahr nach dem verheerenden Brand mit 72 Toten im Grenfell Tower haben die Bürger Londons an die Tragödie erinnert. Auf einer abgesperrten Straße in der Nähe des ausgebrannten protestieren Anwohner mit Schals und Shirts.

Eine der Überlebenden sagte der "BBC": Man wolle sicherstellen, dass Grenfell nicht nur wegen der 72 Toten im Gedächtnis bleibt. Sondern weil sich etwa der soziale Wohnungsbau ändern müsse. Fast alle Teilnehmer trugen grüne Schals, das Gebäude selbst wurde grün angestrahlt - mit der Farbe Grün wird an die Katastrophe erinnert. Auch der Regierungssitz in London war grün beleuchtet.

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Grenfell Tower: Ein Jahr danach

Der verheerende Brand im 24-stöckigen Wohn-Hochhaus Grenfell Tower im Westen Londons war in der Nacht zum 14. Juni 2017 ausgebrochen. Brandursache war ein defekter Kühlschrank. Der Brand konnte sich schnell ausbreiten, weil die Fassadenkleidung nicht brandsicher war, 72 Menschen starben.

Auf einer langen Reihe von Tischen im Schatten des Turmes boten Anwohner bei dem Gedenken Essen an. Die Menschenmenge jubelte, als eine Hochbahn oberhalb des Geschehens hielt und hupte. Anschließend stieg der Fahrer aus und enthüllte eine grüne Fahne.

Ermittlungen gegen die Feuerwehr

Am Donnerstag werden die Gedenkfeiern mit Gottesdiensten, Kranzniederlegungen und der Enthüllung eines Mosaiks fortgesetzt. Auch ein Schweigemarsch ist geplant. Am Mittwoch hatte bereits Premierministerin Theresa May im Parlament an die Katastrophe erinnert.

Kürzlich hatte die Polizei Ermittlungen gegen die Feuerwehr eingeleitet. Dabei gehe es besonders um die Anweisung an die Bewohner des Hochhausturmes, trotz des Feuers in ihren Wohnungen zu bleiben, sagte ein Polizeisprecher. Geprüft werden solle, ob Sicherheits- oder Gesundheitsvorschriften missachtet worden seien.

Scotland Yard nahm außerdem acht Männer und eine Frau wegen Betrugsverdachts im Zusammenhang mit der Brandkatastrophe fest. Die Verdächtigen sollen sich als Opfer des Brands ausgegeben und ungerechtfertigt Hilfen in Anspruch genommen haben.

jpz/AFP

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