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Panorama

Bluttat von München

Hinterbliebene bekommen "Härteleistung" vom Staat

David S. erschoss im Sommer 2016 in München neun Menschen. Das Bundesamt für Justiz wertet die Tat als extremistisch. Damit steht den Hinterbliebenen und Verletzten eine "Härteleistung" zu.

Getty Images

Gedenken am Olympia-Einkaufszentrum (Archiv)

Mittwoch, 14.03.2018   18:32 Uhr

Das Bundesamt für Justiz (BfJ) hat die tödlichen Schüsse am Münchner Olympia-Einkaufszentrum (OEZ) als extremistische Tat eingestuft. Die Bewertung ergab sich unter anderem auf Grundlage von Gutachten, die die bayerische Landeshauptstadt in Auftrag gegeben hatte. Das teilte die Behörde mit, die zum Bundesjustizministerium gehört und als eine Art Justizdienstleister fungiert.

Den Hinterbliebenen und Verletzten steht damit eine "Härteleistung für Opfer extremistischer Übergriffe" zu. Sie wurden laut einer Mitteilung in der vergangenen Woche von der Bundesbehörde über ihre Ansprüche informiert. Das BfJ macht demnach aus Datenschutzgründen keine Angaben dazu, wie viel Geld die Betroffenen erhalten.

Seit Monaten läuft eine Diskussion darüber, ob es sich bei der Bluttat vom 22. Juli 2016 um einen politisch motivierten Anschlag handelt. Die meisten der neun Todesopfer hatten einen Migrationshintergrund. Die Münchner Staatsanwaltschaft vertrat die Ansicht, dass der 18-jährige Amokschütze David S. unter psychischen Problemen litt und aus Rache wegen Mobbing handelte. Er hatte sich nach dem Amoklauf erschossen.

Die Stadt München hatte drei Gutachter beauftragt, die Hintergründe der Tat zu analysieren. Sie waren der Ansicht, dass es sich um ein rechtsextremes Hassverbrechen handle (Mehr zu den Gutachten lesen Sie hier).

bbr/dpa

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