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Panorama

Angriff auf Säugling in Osnabrück

Jugendamt erhielt Hinweis aus der Familie

Ein 24-Jähriger soll seinen wenige Tage alten Sohn lebensgefährlich verletzt haben. Vor der Tat hatte das Jugendamt Kontakt zu der Familie aufgenommen.

Freitag, 18.05.2018   11:42 Uhr

Im Fall des lebensgefährlich verletzten Säuglings aus Osnabrück hat das Jugendamt schon während der Schwangerschaft einen Hinweis zu den Eltern erhalten. Man habe nach dem Hinweis aus der Familie den Kontakt gesucht, dabei sei klar geworden, dass das Paar Hilfe brauche, sagte ein Stadtsprecher. Wer genau das Jugendamt eingeschaltet hat, wurde nicht bekannt.

Das Jugendamt habe Angebote gemacht, die Eltern seien "sehr kooperativ" gewesen - Hinweise auf eine Gefährdung des Kindeswohls habe es nicht gegeben. Nach Angaben des Sprechers wurde vereinbart, dass die Eltern sich nach der Geburt melden.

"Es gibt keinen Anfangsverdacht für Versäumnisse", sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer. "Gegen die Mitarbeiter des Jugendamtes der Stadt Osnabrück ermitteln wir nicht, das ist absurd."

Gegen den 24 Jahre alten Vater des Kindes wurde Haftbefehl wegen versuchten Totschlags erlassen. Die Eltern hatten zunächst angegeben, ein Hund habe das Kind angegriffen.

"Nur vier Stunden in der Obhut der Eltern"

"Die ganze Hundegeschichte ist erlogen", sagte Retemeyer jedoch. "Wir können ausschließen, dass das Kind durch Hundebisse verletzt wurde." Der Säugling sei geschlagen worden, offene Wunden gebe es nicht.

"Das Kind habe geschrien, da habe er es ruhigstellen wollen, sagte der Vater in der polizeilichen Vernehmung aus", so Retemeyer. Die Tat sei vermutlich in der Wohnung der Eltern geschehen. Über die Rolle der Mutter bei dem Vorfall vom Dienstag sei noch nichts bekannt. "Wir gehen davon aus, dass sich die Mutter zum Tatzeitpunkt nicht in der Wohnung aufgehalten hat", sagte Retemeyer. "An der erlogenen Hundegeschichte war sie aber beteiligt."

Der Säugling war laut Retemeyer erst einige Tage alt. Die Eltern nahmen das Baby am Dienstag nach der Geburt aus der Klinik mit nach Hause. "Das Kind ist nur vier Stunden in der Obhut der Eltern gewesen", sagte Retemeyer. Es sei lebensgefährlich verletzt worden, sein Zustand sei aber weiterhin stabil. "Sollte das Kind überleben, so sind bleibende Schäden zu befürchten."

wit/dpa

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