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Osnabrück

Hundeattacke auf Baby wohl erfunden - Vater verhaftet

Ein Säugling in Osnabrück erlitt lebensgefährliche Verletzungen - angeblich, weil ihn ein freilaufender Hund angefallen hatte. Doch nun haben Ermittler den Vater des Babys festgenommen.

Donnerstag, 17.05.2018   11:58 Uhr

Im Fall des angeblich von einem Hund lebensgefährlich verletzten Säuglings in Osnabrück gibt es eine überraschende Wende. Die Ermittlungen richten sich nun gegen den Vater des kleinen Jungen. Gegen den 24-Jährigen werde wegen eines versuchten Tötungsdelikts ermittelt, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft mit.

Untersuchungen hätten ergeben, dass die Verletzungen nicht von einem Hundebiss stammen, hieß es. "Die ganze Hundegeschichte ist erlogen", sagte Oberstaatsanwalt Alexander Retemeyer.

Der Vater wurde vorläufig festgenommen und einem Haftrichter vorgeführt. Dieser erließ einen Haftbefehl wegen versuchten Totschlags. "Das Kind wurde lebensgefährlich verletzt, sein Zustand ist aber weiterhin stabil", teilten die Ermittler mit.

"Das Kind ist nur vier Stunden in der Obhut der Eltern gewesen"

Die Eltern des Säuglings hatten nach früheren Angaben der Polizei ausgesagt, ihr Kind sei auf einer Grünfläche von einem fremden Hund attackiert worden. Dieser habe zunächst mit den zwei eigenen Hunden der Familie gespielt, dann aber unvermittelt das Baby angegriffen und sei davongelaufen.

Der Säugling sei geschlagen worden, sagte Oberstaatsanwalt Retemeyer nun. "Das Kind habe geschrien, da habe er es ruhig stellen wollen, sagte der Vater in der polizeilichen Vernehmung aus." Die Tat sei vermutlich in der Wohnung der Eltern geschehen. Über die Rolle der Mutter bei dem Vorfall sei noch nichts bekannt.

Der Säugling war laut Staatsanwalt Retemeyer erst einige Tage alt und die Eltern konnten ihn am Dienstag aus der Klinik nach Hause nehmen. "Das Kind ist nur vier Stunden in der Obhut der Eltern gewesen."

wit/dpa/AFP

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