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Panorama

Parkland-Massaker

Anklage will Todesstrafe für Schul-Attentäter von Florida fordern

Dem 19-jährigen Schützen, der an einer Schule in Parkland 17 Menschen getötet hat, droht die Todesstrafe. Die Staatsanwaltschaft hat wegen der "besonders grausamen" Tat die Höchststrafe gefordert.

REUTERS

Zaun vor der Marjory Stoneman Douglas High School

Dienstag, 13.03.2018   21:37 Uhr

Die Staatsanwaltschaft im US-Bundesstaat Florida fordert die Todesstrafe für den 19-jährigen Schützen, der im Februar an einer Schule 17 Menschen getötet hatte. Das geht aus einem von den Strafverfolgern bei Gericht eingereichten und am Dienstag veröffentlichten Dokument hervor.

Der Angreifer Nikolas Cruz hatte am Valentinstag an der Marjory Stoneman Douglas High School in Parkland mit einem Schnellfeuergewehr um sich gefeuert. 17 Menschen starben, 17 weitere wurden verletzt.

Der Staatsanwalt des Verwaltungsbezirks Broward, Michael Satz, will nachweisen, dass es sich bei dem Anschlag um eine "besonders abscheuliche, grauenhafte und grausame" Tat handelte, um die Todesstrafe zu rechtfertigen. Cruz hat das Blutbad gestanden und will nach Angaben seiner Anwälte auch formell vor Gericht auf schuldig plädieren.

Danach wäre zumindest theoretisch noch denkbar, dass Verteidigung und Anklage über einen Erlass der Todesstrafe für Cruz verhandeln. Auch dürfte in dem Verfahren eine zentrale Rolle spielen, ob der 19-Jährige zur Tatzeit zurechnungsfähig war oder nicht.

Fragen nach dem mentalen Zustand des Angreifers waren bereits kurz nach dem Massaker aufgekommen. Cruz war polizeibekannt, da sich seine Mutter wegen gewalttätiger Wutanfälle ihres Sohnes wiederholt bei der Polizei gemeldet hatte. Im Januar wurde die Bundespolizei FBI zudem in einem Anruf gewarnt, dass sich Cruz seltsam verhalte und womöglich einen Anschlag plane.

Prozessbeginn steht noch nicht fest

Cruz wurde kurz nach dem Massaker von der Polizei gefasst. In der vergangenen Woche klagte ihn ein Geschworenengericht wegen 17-fachen Mordes und 17-fachen Mordversuchs an. Ein Termin für den Prozessbeginn wurde noch nicht festgesetzt.

Überlebende des Massakers haben eine Kampagne zur Einschränkung des laxen US-Waffenrechts gestartet. Für Mittwoch planen Schüler im ganzen Land, den Unterricht zu verlassen, um unter anderem für ein Verbot des Verkaufs von halbautomatischen Gewehren zu demonstrieren, wie es Cruz und auch andere Angreifer bei großen Blutbädern benutzt hatten. Für den 24. März ist eine Großdemonstration für Einschränkungen im Waffenrecht in Washington geplant.

In Florida haben die Proteste bereits Wirkung gezeigt. Dort setzte Gouverneur Rick Scott am Freitag ein neues Waffengesetz in Kraft, das unter anderem das Mindestalter für Waffenkäufe in dem Bundesstaat von 18 auf 21 Jahre heraufsetzt.

In Washington haben die Proteste bislang hingegen keine konkreten Ergebnisse hervorgebracht. Präsident Donald Trump sprach sich zwar zeitweise für deutliche Gesetzesverschärfungen wie vor allem eine Heraufsetzung des Mindestalters für den Waffenkauf aus, rückte davon aber inzwischen wieder ab.

Seine Regierung legt in einem kürzlich vorgelegten Plan den Schwerpunkt stattdessen auf die Ausbildung von Lehrern und anderen Schulangestellten an der Waffe - ein Vorhaben, das von der mächtigen Waffenlobby NRA unterstützt wird.

cop/AFP

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