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Panorama

Zerstörungsfahrt mit Traktor

Bauer muss in die Psychatrie

Zehn Autos, darunter Polizeiwagen, rammte ein Landwirt aus Schleswig-Holstein mit seinem Traktor. Erst Schüsse auf die Reifen konnten ihn stoppen. Nun muss der 53-Jährige in ein psychiatrisches Krankenhaus.

DPA

Ein Polizeiwagen liegt kopfüber auf einem Feld

Freitag, 06.05.2016   17:01 Uhr

Nach seiner Zerstörungsfahrt mit einem Trecker hat das Kreisgesundheitsamt einen Bauern in Schleswig-Holstein in ein psychiatrisches Krankenhaus eingewiesen. Nach Angaben der Polizei kam ein Gutachter zu dem Schluss, dass der Mann aus Ascheberg im Kreis Plön in einer Klinik vorerst besser untergebracht ist.

Die Ermittlungsbehörden gehen von einem versuchten Tötungsdelikt aus, wie der Kieler Oberstaatsanwalt Michael Bimler sagte. Hinzu kämen Widerstand gegen Polizeibeamte sowie mehrere Straßenverkehrsdelikte.

Der 53-Jährige hatte am Mittwoch in Ascheberg zehn Autos zerstört, darunter auch Polizeiwagen. Der Mann soll über eine Maßnahme des Kreisveterinäramts die Nerven verloren haben.

Nach Informationen des NDR wollten Veterinäre, die von Polizisten begleitet wurden, den Rindern auf dem Hof des Bauern Ohrmarken verpassen. Doch damit war der Landwirt offenbar nicht einverstanden. Er versuchte, die Polizisten mit seinem Traktor zu vertreiben.

Er sei sofort auf ein Polizeiauto zugefahren und habe es zur Seite geschoben, sagte ein Polizeisprecher. Der Bauer habe auf seinem Frontlader einen Ballen geladen, mit dem er das Fahrzeug eindrückte. In dem Wagen saßen zwei Beamte, die unverletzt blieben. Der Bauer habe später den Ballen verloren, während er neun weitere Autos zum Teil schwer beschädigte.

Schließlich mussten die Beamten ihre Schusswaffen einsetzen, um den Mann zu stoppen. "Es wurde insgesamt sechs Mal auf die Reifen des Traktors geschossen", sagte der Sprecher.

msc/dpa

insgesamt 18 Beiträge
thomasbär 06.05.2016
1. Glückliche Kühe ohne Ohrmarken
hätten die Behörden die Verhältnismäßigkeit gewahrt und nicht Ohrmarken mit einer Polizeitruppe durchgesetzt, wäre nichts passiert. Und vielleicht hätten die Polizisten in der Zeit sogar Einbrechern nachstellen [...]
hätten die Behörden die Verhältnismäßigkeit gewahrt und nicht Ohrmarken mit einer Polizeitruppe durchgesetzt, wäre nichts passiert. Und vielleicht hätten die Polizisten in der Zeit sogar Einbrechern nachstellen können...
taneke 06.05.2016
2. Polizeischutz?
polizeibegleitung oder Polizeischutz damit ohrmarken angebracht werden können? wie lustig. in der zeit wahrscheinlich wieder keine Einbrecher geschnappt. und nun Irrenhaus. passt zum Weltbild der brd Justiz. armer Landwirt. [...]
polizeibegleitung oder Polizeischutz damit ohrmarken angebracht werden können? wie lustig. in der zeit wahrscheinlich wieder keine Einbrecher geschnappt. und nun Irrenhaus. passt zum Weltbild der brd Justiz. armer Landwirt. nun hast du keine verbrieften stastsbürgerlichen rechte mehr. die gibt man am Tor der klappe ab, eben so das recht auf körperliche Unversehrtheit. traurig
fritze_bollmann 06.05.2016
3. Rindviecher
Bei diesen Milchpreisen auch noch die armen Tiere mit Ohrmarken quälen, da kann man ja durchdrehen.
Bei diesen Milchpreisen auch noch die armen Tiere mit Ohrmarken quälen, da kann man ja durchdrehen.
sehr_interessierter_leser 06.05.2016
4. Verhaeltnismaessigkeit gewahrt?
Verehrter Kommentator, Ich bin mir nicht sicher, ob man ausgerechnet der Polizei diesen Vorwurf machen kann. Wir sollten nicht vergessen, dass der Bauer die Amokfahrt begann. In USA haette die Polizei nicht auf die Reifen [...]
Verehrter Kommentator, Ich bin mir nicht sicher, ob man ausgerechnet der Polizei diesen Vorwurf machen kann. Wir sollten nicht vergessen, dass der Bauer die Amokfahrt begann. In USA haette die Polizei nicht auf die Reifen gezielt, aber ich bin dafuer dass die Polizei die Ordnung wieder herstellt, als wenn dem Bauern gegenuebern spielenden Kindern oder einem unfreundlichen Nachbarn ausflippt!
frenchie3 06.05.2016
5. @1 und hättste Enten gekauft
wären die Hühner nicht ersoffen. Was weiß man denn was da vorher schon los war, üblicherweise hat ein Tierarzt die Polizei eher selten im Schlepptau
wären die Hühner nicht ersoffen. Was weiß man denn was da vorher schon los war, üblicherweise hat ein Tierarzt die Polizei eher selten im Schlepptau

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