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Panorama

Golf von Guinea

Öltanker mit 22 Seeleuten vermisst

Das letzte Signal kam aus dem westafrikanischen Benin, dann brach der Kontakt am Freitag ab. Seitdem sind ein Frachtschiff und die Crew verschwunden. Behörden vermuten, dass das Schiff von Piraten entführt wurde.

Sonntag, 04.02.2018   20:15 Uhr

Ein Schiff mit 22 indischen Crewmitgliedern ist seit Freitag verschwunden. Der Kontakt ist im westafrikanischen Golf von Guinea abgebrochen, wie der indische Außenminister, Sushma Swaraj, und der Schiffsmanager Anglo-Eastern mitteilten.

Warum die Kommunikation abbrach, ist unklar. Der Golf von Guinea ist jedoch vermehrt Ziel von Piraten, die Schiffe entführen und dann Lösegeld verlangen. Im vergangenen Jahr hatten Piraten in der Region mehrfach Schiffe angegriffen. Das International Maritime Bureau (IMB), das auf die Kriminalität auf See spezialisiert ist, beobachtet die Gewässer vor Westafrika mit zunehmender Besorgnis. Weltweit gehen Entführungen von Schiffen durch Piraten laut Experten jedoch zurück.

Das vermisste Schiff wird von dem Unternehmen Anglo-Eastern gemanagt, das seinen Sitz in Hongkong hat. Es ist das letzte Mal in den Gewässern von Benin gesichtet worden, sagte ein Sprecher von Anglo-Eastern. Der Tanker war mit mehr als 13.000 Tonnen an Ölprodukten beladen. Die Suche nach dem Tanker dauert an. Nigerianische und beninische Behörden unterstützen die Suchaktion.

Bereits Anfang Januar wurde ein Tanker in der Region vermisst. Nach 16 Tagen tauchten die Crew und das Schiff sicher wieder in Lagos, Nigeria, auf. Der Besitzer des Schiffs hatte sich laut IMB zuvor mit den Entführern geeinigt.

koe/Reuters

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