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Panorama

Urteil in Wales

Ehepaar sperrte Tochter ein und missbrauchte sie

Sie schotteten das Kind von der Außenwelt ab: In Wales sind ein Mann und seine Frau wegen schweren sexuellen Missbrauchs der gemeinsamen Tochter verurteilt worden.

DPA

Statue der Justizia

Samstag, 11.08.2018   15:59 Uhr

Ein Gericht im walisischen Swansea hat ein Ehepaar wegen Kindesmissbrauchs schuldig gesprochen. Der Mann, in seinen Fünfzigern, wurde zu mindestens zwölf Jahren Haft verurteilt. Er hatte Vergewaltigungen und sexuelle Übergriffe in 16 Fälle gestanden. Die Frau, in ihren Zwanzigern, wurde zu elf Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Das Paar hatte sich wiederholt an der gemeinsamen Tochter vergangen.

Wie unter anderem die BBC berichtet, befindet sich das Mädchen in Pflege. "Sie wird psychische Narben für den Rest ihres Lebens davontragen", sagte der Richter. Um die Identität des Kindes zu schützen, wurden in dem Fall keine Details zum Wohnort und Umfeld der Familie genannt.

Der Mann und die Frau hatten sich demnach in einem Pub in England kennengelernt, als sie 16 Jahre alt war. Wenig später wurde die junge Frau schwanger und zog schließlich mit ihrem Mann nach Wales. Dort schottete sich das Paar laut Ermittlern ab. Es habe kaum Kontakt zu Nachbarn gegeben, die Tochter sei zu Hause unterrichtet worden, das Gartentor sei stets verschlossen gewesen, die Vorhänge zugezogen.

Das streng kontrollierte Zuhause wurde laut Ankläger Robin Rouch geschaffen, um den regelmäßigen Missbrauch der Tochter zu ermöglichen und unerkannt zu bleiben. Dem Richter zufolge war das Mädchen von der Außenwelt abgeschnitten, es habe nie einen Spielplatz oder einen Hund gesehen, sei nie mit einem Bus gefahren. "Sie hat so schweren Schaden davongetragen, dass es eine vollständige Erholung kaum vorstellbar ist. Jeder Tag ist eine neue Herausforderung für sie."

Die Mutter soll selbst unter psychischen Problemen leiden, die der Mann ausgenutzt habe. Er habe etwa ihren Zugang zu Medikamenten und ihren Kontakt zu Ärzten kontrolliert und sie von ihrer Familie ferngehalten. Der Missbrauch flog auf, als die Beziehung zerbrach und sie bei der Polizei auspackte. Belastendes Material fanden die Ermittler unter anderem auf dem Handy der Frau.

Die weiteren Ermittlungen ergaben, dass der Mann bereits in einer früheren Ehe eine Tochter missbraucht haben soll. Dem Richter zufolge hat der Täter psychopathische Züge und einen hinterhältigen Charakter. In Verbindung mit der verwundbaren Persönlichkeit der Frau sei eine Mischung entstanden, die den Missbrauch der Tochter ermöglichte. Die Mutter soll in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht werden.

hut

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