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Panorama

Überschwemmtes Zeltlager in Frankreich

Kinder sind zurück in Deutschland

Starkregen überflutete ihren Campingplatz in Südfrankreich, nun erreichten die mehr als Hundert jungen Teilnehmer des Zeltlagers ihre Heimat in Leverkusen. Einer ihrer Betreuer wird aber weiter vermisst.

AFP
Sonntag, 12.08.2018   15:58 Uhr

Nach dramatischen Stunden in einem überschwemmten Zeltlager in Südfrankreich sind die mehr als 100 Kinder und Jugendlichen wieder zurück in Deutschland. Mehrere Reisebusse erreichten nach knapp 18-stündiger Reise am Samstagabend Leverkusen. Ihr Campingplatz nahe dem Fluss Ardèche war am Donnerstag nach heftigen Regenfällen überspült worden.

Nach der Überschwemmung waren nach Angaben der französischen Behörden insgesamt 184 Menschen gerettet worden, die sich in dem deutschen Zeltlager und auf zwei angrenzenden Campingplätzen aufhielten. Neun deutsche Kinder und Jugendliche wurden demnach leicht verletzt, rund hundert wurden psychologisch betreut.

Die Kinder und Jugendlichen hatten in einem Gemeinschaftsraum ausgeharrt, bevor es am Samstag zurück nach Hause ging. "Alle konnten ihre Kinder und Lieben in die Arme schließen", hieß es auf der Website der Jugendförderung St. Antonius.

Suche nach vermisstem Betreuer, Ermittlungen gegen zwei Deutsche

Die Suche nach einem vermissten Betreuer des Lagers geht indes weiter. Es gebe noch keine Neuigkeiten, hieß es am Sonntagvormittag von der französischen Gendarmerie. Ein mehrere Quadratkilometer großes Gebiet sei abgesucht und von Hubschraubern überflogen worden, sagte Einsatzleiter Laurent Haas AFP. "Bisher haben wir noch nichts gefunden."

Der 66-Jährige war nach Angaben des Veranstalters zuletzt gesehen worden, als das Wasser am Donnerstagabend nach heftigen Regenfällen über den Zeltplatz in Saint-Julien-de-Peyrolas nordwestlich von Orange schwemmte. Sein Wohnwagen wurde vom Wasser mitgerissen und später zerstört aufgefunden.

Die französische Justiz hat Ermittlungen gegen zwei deutsche Verantwortliche des Ferienlagers eingeleitet. Das Verfahren läuft auf den Verdacht der fahrlässigen Körperverletzung, erschwert durch Gefährdung anderer. Außerdem wird wegen der Einrichtung eines Campingplatzes ohne Genehmigung ermittelt.

Die beiden waren am Donnerstagabend in Polizeigewahrsam genommen worden. Inzwischen wurden sie aus dem Gewahrsam entlassen und stehen nach Angaben von Staatsanwalt Eric Maurel unter Justizaufsicht. Sie dürften sich in dem Département Gard nur noch für Termine mit ihren Anwälten oder bei Gericht aufhalten. Innerhalb von 15 Tagen müssen sie zudem ihre Sachen vom Campingplatz abholen.

Bürgermeister will vor Überflutungen gewarnt haben

Laut Staatsanwalt Maurel wussten die Deutschen, dass das Gelände des Lagers sich in einem hochwassergefährdeten Gebiet befand. Der Bürgermeister von Saint-Julien-de-Peyrolas erzählte nach der Überschwemmung dem Sender BFMTV, dass er der Leverkusener Gruppe noch kurz vor dem Drama gesagt habe, den Wasserstand des Valat d'Aiguèze gut zu überwachen. Dieser Zufluss der Ardèche war dann über die Ufer getreten. Demnach lag der Campingplatz nur knapp über dem Wasserspiegel des nahen Flusses.

Die Einleitung eines Ermittlungsverfahrens bedeutet in Frankreich, dass die Ermittler "schwerwiegende oder übereinstimmende Indizien" für ein Fehlverhalten sehen. Solche Verfahren können am Ende zu einem Strafprozess führen, die Justiz kann die Ermittlungen aber auch wieder einstellen.

gru/dpa/AFP

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