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Panorama

Geiselnahme

Zwei deutsche Archäologen in Nigeria entführt

In Nigeria haben Bewaffnete zwei deutsche Forscher entführt, die sich mit Terrakotta-Figuren beschäftigten. Angeblich wurden bei dem Vorfall Einheimische getötet.

Donnerstag, 23.02.2017   13:28 Uhr

In Nigeria sind zwei deutsche Archäologen Opfer einer Entführung geworden. Sie hätten im Bezirk Kagarko nördlich der Hauptstadt Abuja Feldforschung betrieben, erklärte ein Polizeisprecher des Bundesstaats Kaduna.

Es sei unklar, wer für die Tat verantwortlich sei. Die Entführung habe sich am Mittwoch im Dorf Jenjala ereignet. Nigerianischen Medienberichten zufolge soll es sich bei den Entführten um Professoren der Goethe-Universität in Frankfurt am Main handeln.

Die Archäologen erforschten in der Gegend demnach in Zusammenarbeit mit örtlichen Forschern Terrakotta-Figuren und andere Kunstgegenstände der vorchristlichen Nok-Kultur.

Bewaffnet mit Maschinenpistolen

Entführungen sind in der Region des westafrikanischen Landes keine Seltenheit. Zumeist handelt es sich bei den Tätern um Kriminelle, die Lösegeld erbeuten wollen. Dem Polizeisprecher zufolge waren die Entführer mit Maschinenpistolen bewaffnet. Es laufe ein großer Polizeieinsatz, um die Geiseln zu finden.

Laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP, die sich auf Dorfbewohner beruft, wurden zwei deutsche Kolleginnen der Archäologen von den Entführern verschont. Um Dorfbewohner zu vertreiben, feuerten die Entführer demnach zunächst mehrere Warnschüsse in die Luft, wie einer der Augenzeugen demnach sagte. Zwei Anwohner seien ihnen aber trotzdem ins Gebüsch gefolgt und dann von den Entführern erschossen worden.

Eine offizielle Bestätigung von deutscher Seite gab es nicht. Ein Sprecher des Auswärtigen Amtes sagte zum SPIEGEL lediglich: "Entführungsfälle kommentieren wir grundsätzlich nicht."

Wie in der Vergangenheit in ähnlichen Fällen üblich, setzt das Auswärtige Amt auch in diesem Fall auf Diskretion, um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden. Für Entführungsfälle ist unter anderem das Krisenreaktionszentrum im Außenamt zuständig, das in solchen Fällen den Kontakt zur Deutschen Botschaft vor Ort hält.

sms/sev/dpa/AFP

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