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Panorama

Foto-Projekt mit Hunden und Kindern

"Wenn sie jemanden lieben, dann für immer"

Großer Hund, kleiner Mensch: Diese Kombination hat es dem Fotografen Andy Seliverstoff angetan. Seine Bilder zeigen die faszinierende Vertrautheit zwischen Kindern und ihren Tieren.

Andy Seliverstoff
Von Tanja Karrasch
Mittwoch, 25.01.2017   12:47 Uhr

Hunde können für Kinder tolle Spielkameraden sein - auch wenn sie manchmal fast doppelt so groß sind. Ein ungarischer Hirtenhund tollt ausgelassen im Schnee herum, eine Gruppe Leonberger macht es sich am Strand bequem, eine deutsche Dogge hebt die Pfote, als wolle sie einem kleinen Mädchen den Kopf tätscheln - all diese Momente der Vertrautheit zwischen klein und groß hat der Fotograf Andy Seliverstoff festgehalten.

Über vier Monate hat der 58-Jährige die unterschiedlichen Spielpartner abgelichtet, vor allem in Sankt Petersburg. Die Bilder zeigen große Hunde mit sanftem Gemüt.

"Größte Freude und gegenseitiges Vertrauen" der Porträtierten sei spürbar, sagt Seliverstoff. Dass die Fotos auch in den sozialen Medien so gut ankommen, damit habe er nicht gerechnet. Inzwischen hat der 58-Jährige auf Instagram mehr als 42.000 Fans.

SPIEGEL ONLINE: Was sind die Herausforderungen der Hundefotografie?

Seliverstoff: Ein erfahrener Landschafts- oder Porträtfotograf ist nicht automatisch auch ein guter Hundefotograf. Häufig behandeln Fotografen Hunde wie Requisiten, nicht wie gleichwertige Teilnehmer in einer Szene. Erfahrung im Umgang und im Arbeiten mit Tieren ist die Grundvoraussetzung.

SPIEGEL ONLINE: Und diese Erfahrung haben Sie?

Seliverstoff: Ja, denn es gab immer Hunde in meinem Leben. Schon als ich ein Kind war, hatten wir einen Hund in der Familie. Und dann kam noch Nayda zu uns: Ein Schulfreund hatte seine Eltern mit dem Welpen überraschen wollen, doch die waren nicht erfreut. Er brachte den Mischlingshund zu meiner Familie, weil er wusste, dass wir tierfreundlich sind. Er bat uns, auf Nayda aufzupassen, bis er seine Eltern überredet habe. Dazu kam es nie. Nayda hat dann fast 17 Jahre bei uns gelebt.

Fotostrecke

Andy Seliverstoff: Große Hunde, kleine Menschen

SPIEGEL ONLINE: Sie sind also mit einem Hund aufgewachsen. Was können Kinder von Hunden lernen?

Seliverstoff: Aufrichtigkeit. Hunde sind offen, sie können nicht lügen oder Menschen etwas vormachen. Wenn sie jemanden lieben, dann für immer.

SPIEGEL ONLINE: Nun haben Sie einen ganzen Bildband mit Fotos von Kindern und Hunden gefüllt. Was möchten Sie mit den Fotografien ausdrücken?

Seliverstoff: Das Zärtliche und die Freude in der Interaktion von Kindern und Hunden stehen im Vordergrund. Kinder haben eine absolut direkte, ehrliche Art, auf die Tiere zuzugehen. Und das versuche ich zu transportieren.

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Little Kids and Their Big Dogs:
Andy Seliverstoff

Bildband, englische Originalausgabe

Revodana Publishing, 134 Seiten, ab 57,49 Euro

SPIEGEL ONLINE: Woher kommt die Vorliebe für große Hunde?

Seliverstoff: Ich habe seit mehr als 25 Jahren große Hunde. Das sind für mich keine Haustiere, sondern mit ihren einzigartigen Eigenschaften und auch mit ihren Launen vollwertige Familienmitglieder. Meine Frau und ich haben uns 1990 den Bernhardiner Benjamin geholt. Groß, warm und kuschelig war er - und auch im Alter vom Charakter her wie ein Welpe. Ich denke noch sehr oft an ihn. Dann habe ich Deutsche Doggen für mich entdeckt. Sie berühren mich, ich liebe es, sie zu fotografieren.

insgesamt 33 Beiträge
i.dietz 25.01.2017
1. Wenn sie jemand lieben dann für immer !
besser kann man das nicht ausdrücken. Danke.
besser kann man das nicht ausdrücken. Danke.
kioto 25.01.2017
2. Die Sichtweise ist sehr naiv
Ich habe selber einen großen Hund, der ist treu, anhänglich und gehorsam. Aber die naive Sichtweise des Artikel wird dem nicht gerecht. Jeder Hund, auch der besterzogene und friedlichste, kann in Situationen kommen, in denen er [...]
Ich habe selber einen großen Hund, der ist treu, anhänglich und gehorsam. Aber die naive Sichtweise des Artikel wird dem nicht gerecht. Jeder Hund, auch der besterzogene und friedlichste, kann in Situationen kommen, in denen er "falsch" reagiert. Alleine der Unterschied in Kraft und Gewicht macht es erforderlich, besonders kleinere Kinder beim Umgang mit großen Hunden immer zu überwachen. Kinder stellen für den Hund keine Autorität dar und selbst wenn er auf Fehler des Kindes friedlich und ruhig oder nur leicht ungeduldig reagiert, wie er das bei einem zu wilden Welpen tun würde, kann das für ein Kind gefährlich werden.
charlybird 25.01.2017
3. Also
ich lese in nahezu wöchentlicher Regelmäßigkeit, und ich glaube, das ist nur die Spitze dessen was tatsächlich passiert, dass ein Kind oder Baby von einem oder mehreren Hunden verletzt oder totgebissen wurde. Ich wäre also [...]
ich lese in nahezu wöchentlicher Regelmäßigkeit, und ich glaube, das ist nur die Spitze dessen was tatsächlich passiert, dass ein Kind oder Baby von einem oder mehreren Hunden verletzt oder totgebissen wurde. Ich wäre also bei dieser hundeverliebten Reportage ein wenig skeptischer. Um freilaufende Rottweiler oder ähnlich aggressiv Wirkendes, was ich nebenbei unverantwortlich finde, mache ich bspw. immer einen großen Bogen, sollte ich auf sie treffen und so ich noch kann. :-(
henrikb1 25.01.2017
4. Der Hund auf dem Bild ...
... macht doch nicht etwa einen gewissen Gruss ?! (Bitte nicht loeschen, sondern als mehr oder weniger schraegen Humor verstehen) Nein, Spass beiseite, das ist ein sehr schoenes Bild ! Ich bin selber mit Tieren aufgewachsen, das [...]
... macht doch nicht etwa einen gewissen Gruss ?! (Bitte nicht loeschen, sondern als mehr oder weniger schraegen Humor verstehen) Nein, Spass beiseite, das ist ein sehr schoenes Bild ! Ich bin selber mit Tieren aufgewachsen, das ist schon sehr schoen. Bringt mehr solche Artikel, da wird wenigstens ein noch vorhandenes friedliches Alltagsleben gezeigt. MfG
Die Happy 25.01.2017
5. magisch
Begegnungen mit (zahmen) Tieren hat für mich manchmal etwas magisches. Für kurz fällt mal ein Lichtstrahl der Erkenntnis in unser Oberstübchen, dass wir selber auch Tiere sind. Nichts anders. Uns somit verschwimmt vieles. [...]
Begegnungen mit (zahmen) Tieren hat für mich manchmal etwas magisches. Für kurz fällt mal ein Lichtstrahl der Erkenntnis in unser Oberstübchen, dass wir selber auch Tiere sind. Nichts anders. Uns somit verschwimmt vieles. Bei diversen Fragen zum Mensch sein einfach mal ins Tierreich schauen. Kindererziehung, Religion, etc., die Sportsfreunde machen es meinst richtig. Und die Verbindung Hund/Mensch ist schon bemerkenswert tief. Auch wenn ich Hauskatzen mind. genauso mag.

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