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Panorama

Belästigungsvorwürfe gegen Filmproduzent

The Weinstein Company entlässt Harvey Weinstein

Nach den Vorwürfen sexueller Belästigung hatte sich Hollywoodproduzent Harvey Weinstein eine berufliche Auszeit genommen. Nun entschied der Vorstand seines Filmstudios: Der 65-Jährige muss gehen.

AP

Harvey Weinstein (Archivbild)

Montag, 09.10.2017   02:28 Uhr

Harvey Weinstein ist seinen Job bei der von ihm mitgegründeten The Weinstein Company los: Der Vorstand entschied am Sonntagabend, den Filmproduzenten zu entlassen. Als Begründung wurden "neue Informationen über das Fehlverhalten" Weinsteins angegeben, die in den vergangenen Tagen aufgetaucht seien. Die Kündigung trete sofort in Kraft, heißt es in der Mitteilung. Sie wurde im Namen der Direktoren Robert Weinstein, Lance Maerov, Richard Koenigsberg und Tarak Ben Ammar verbreitet.

Am vergangenen Donnerstag hatte die "New York Times" aufgedeckt, dass mehrere Frauen Harvey Weinstein sexuelle Belästigung vorwerfen. In mehreren Fällen soll er Frauen Geld gezahlt haben, um Vorwürfe aus der Welt zu schaffen. Weinsteins Anwalt Charles Harder drohte der Zeitung mit einer Klage. Ihr Bericht sei "voller falscher und diffamierender Feststellungen".

Weinstein selbst hatte sich in einer Erklärung für sein "Benehmen gegenüber Kolleginnen in der Vergangenheit", das zu "viel Leid" geführt habe, entschuldigt. Er kündigte an, eine Auszeit nehmen zu wollen, um seine "Dämonen" in den Griff zu bekommen.

Am Wochenende hatte Weinsteins Anwältin Lisa Bloom angekündigt, ihren Job als Beraterin des Hollywoodproduzenten aufzugeben. Zudem gaben Kongressabgeordnete und Senatoren Spenden Weinsteins an wohltätige Organisationen weiter.

Weinstein gilt als einer der erfolgreichsten Produzenten Hollywoods, er war unter anderem verantwortlich für "Pulp Fiction", "Der englische Patient" und "Shakespeare in Love". Mit seinem Unternehmen Miramax , das er zusammen mit seinem Bruder Robert unter dem Dach von Disney betrieb, förderte er die Karrieren von Schauspielern und Regisseuren. 2005 gründeten sie die neue Produktionsfirma The Weinstein Company.

aar/AP/Reuters

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