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04.03.2010
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"Echo"-Musikpreis

Robbie Williams und Lady Gaga räumen ab

Echo-Gewinner: Preisträger und Showstars
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REUTERS

Schaulaufen auf dem lila Teppich: Robbie Williams gewann seinen siebten Echo, Jan Delay und Silbermond holten je zwei Trophäen. Lady Gaga war gar nicht da - egal: Sie wurde sogar dreimal geehrt. Da musste sogar der Moderator zu Beruhigungstabletten greifen.

Berlin - Aufgeregte Fans und Stars aus der internationalen Musikszene brachten Glamour nach Berlin, wo am Donnerstagabend zum 19. Mal der deutsche Musikpreis Echo verliehen wurde. Der Berliner Musiker und Vorjahressieger Peter Fox gewann mit seiner CD "Stadtaffe" den Echo für das Album des Jahres. Fox war mit fünf Nominierungen in unterschiedlichen Kategorien als Favorit ins Rennen gegangen.

Fox setzte sich gegen Rammstein, Lady Gaga, Silbermond und Depeche Mode durch und bekam die Trophäe von Schauspielerin Nora Tschirner überreicht. "Ich höre nicht auf, Musik zu machen", sagte der Musiker, der nach seiner Solokarriere wieder mit der Band Seeed spielt. 2009 hatte der Berliner Sänger bereits drei Echos bekommen.

Bester Künstler in der Kategorie Rock/Pop international wurde Robbie Williams. Fans begrüßten den Briten mit einem Kreischkonzert auf dem "roten" Teppich, der lila war, am Palais am Berliner Funkturm. Der Musiker dankte mit den Worten: "Ich bin ein Berliner." Er sei sehr glücklich über den Preis. "Danke Deutschland, dass ihr euch um mich gekümmert habt", sagte er. Er sei lange Zeit nicht da gewesen, verspreche aber, dass er sich bessern werde. Er sei immer sehr gern in Deutschland.

Es ist Williams siebter Echo. Der Brite hatte seine Freundin Ayda Field nicht dabei, sagte aber in der ARD-Show, dass es eine Hochzeit geben werde. Die Trophäe bekam der 36-Jährige von Ex-Nationaltorwart Oliver Kahn. Williams ist ein großer Fußballfan. "Robbie Williams ist ein echter Titan", sagte "Titan" Kahn in seiner Laudatio. Kuschelig ging es zu, als Williams seine neue Single "Morning Sun" vorstellte.

Im Gegensatz zu Williams tauchte die Hauptgewinnerin der 19. Echo-Verleihung in Berlin gar nicht auf: Lady Gaga holte in Abwesenheit gleich drei Trophäen. Die 23 Jahre alte Amerikanerin wurde als Newcomer, als beste internationale Künstlerin Rock/Pop und mit "Poker Face" für den Hit des Jahres ausgezeichnet.

Strahlende Gewinner: Silbermond und Jan Delay räumen gleich doppelt ab

Silbermond machte als deutsche Popband und beim besten Liveauftritt das Rennen. Sängerin Stefanie Kloß sagte: "Jeder hat uns gesagt, das dritte Album wird furchtbar schwer." Dies sei dann tatsächlich so gewesen. Silbermond hatten 2009 die Platte "Nichts passiert" veröffentlicht.

Auch Hutträger Jan Delay durfte sich über zwei Trophäen freuen. Ausgezeichnet wurde der 33-Jährige als bester HipHop-Künstler. Außerdem wurde er für sein Album "Wir Kinder vom Bahnhof Soul" mit dem Kritikerpreis geehrt.

Als beste nationale Künstlerin und Künstler in der Sparte Rock/Pop wurden Cassandra Steen ("Darum leben wir") und Xavier Naidoo ("Alles kann besser werden") gekürt. "Ich habe versucht, mich ein bisschen darauf vorzubereiten, aber man ist sich ja nie ganz sicher", sagte Steen bei der Entgegennahme der Trophäe.

Depeche Mode gewannen den Echo als beste internationale Rock/Pop-Band. Rammstein und Green Day räumten in der Sparte Rock/Alternative ab. Die Berliner Retro-Kombo The Baseballs wurde als nationale Newcomer geehrt.

Sido ("Hey Du") bekam bei der ARD-Show den vom Publikum gewählten Preis für das beste Video. Der Rapper dankte unter anderem seinem Anwalt und hielt danach den Mittelfinger in die Kamera. Sein Laudator war Oliver Pocher. Dessen Freundin Sandy Meyer-Wölden hat Sido kürzlich wegen Beleidigung angezeigt.

"Ich habe Beruhigungstabletten genommen"

Hape Kerkeling brach als Laudatorin Uschi Blum eine Lanze für den deutschen Schlager. In dieser Kategorie gewann Andrea Berg ihren fünften Echo. Schlagersängerin Blum alias Kerkeling gestand am Donnerstagabend bei der Verleihung in Berlin: "Ich habe Beruhigungstabletten genommen."

Der 60-jährige Peter Maffay wurde für sein Lebenswerk geehrt. Maffay, der seit 40 Jahren auf der Bühne steht, sah den Echo als "schöne Geste" und Würdigung der Band. Er flachste, er werde das "Ding" zersägen, damit jeder etwas davon habe.

"Die Spannung ist jedes Mal da", sagte Ades Tawil von Ich+Ich. Das Ich+Ich-Duo aus Adel Tawil und Annette Humpe wurde schon vor der offiziellen Verleihung mit dem Echo für das erfolgreichste Produzententeam national ausgezeichnet. Der gleiche Preis ging an Andreas Herbig, Peter "Jem" Seifert, Florian Fischer und Sebastian Kirchner.

Auch Schlagersängerin Helene Fischer hatte schon vor der Gala für die beste DVD eine Trophäe sicher. Darüber hinaus erhielten Reamonn-Sänger Rea Garvey und die Stiftung "Saving an Angel" den Ehren-Echo für soziales Engagement, wie der Veranstalter, die Deutsche Phono-Akademie, bekanntgab.

Insgesamt wurden Echos in 23 Kategorien verliehen.

Stars auf der Bühne: Robbie Williams und Rihanna heizten den Gästen ein

Im Showprogramm zwischen den Preisvergaben traten neben Robbie Williams die mittlerweile 51 Jahre alte Sade sowie Gossip auf - wobei die füllige Beth Ditto ein für ihre Verhältnisse braves Kleid trug. Rihanna sang an der Seite von zwei Roboterwesen.

Der Echo, der von der Deutschen Phono-Akademie vergeben wird, gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen der Musikbranche. Er orientiert sich an den Chart-Erfolgen. Über die meisten der 23 Kategorien entscheidet eine Fachjury.

Die Show war an ihren alten Ort in die Messe Berlin gezogen und ausverkauft. Mit 4000 statt 10.000 Zuschauern wie im Vorjahr in der O2-Arena fiel der Rahmen für den Echo diesmal allerdings eine Nummer kleiner aus.

Moderatoren waren erstmals Matthias Opdenhövel und Sabine Heinrich, die derzeit in einer Castingshow namens "Unser Star für Oslo" den deutschen Teilnehmer des Eurovision Song Contest 2010 suchen.

Auf der Gästeliste standen unter anderem Schauspieler wie Til Schweiger, Jan Josef Liefers, Nora Tschirner und Sibel Kekilli sowie Comedian Oliver Pocher, Fernsehkoch Tim Mälzer und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit.

lgr/dpa/AP/ddp

Forum

Diskussion über diesen Artikel
insgesamt 13 Beiträge
1. Peter Fox
Der Markt 05.03.2010
Ich habe mich für Peter Fox gefreut, hatte schon befürchtet, die Pop-Dosen-Platte von Lady Gaga würde den Echo fürs beste Album bekommen. Peter Fox hat den Sommer in Berlin schöner gemacht. Aus jeder Kreuzberger Kneipe tönte [...]
Ich habe mich für Peter Fox gefreut, hatte schon befürchtet, die Pop-Dosen-Platte von Lady Gaga würde den Echo fürs beste Album bekommen. Peter Fox hat den Sommer in Berlin schöner gemacht. Aus jeder Kreuzberger Kneipe tönte "Haus am See" , das war schön.
2. einfach nur öde
spiegeldich 05.03.2010
und so oft nicht nachvollziehbar, z. B. was hat ein prämierter XN eingebracht für diesen Preis?1?!
Zitat von sysopSchaulaufen auf dem lila Teppich in Berlin: Robbie Williams gewann seinen siebten Echo, Favorit Peter Fox wurde für das beste Album des Jahres ausgezeichnet. Bei so vielen Stars und Sternchen auf der Bühne und im Publikum musste sogar der Moderator zu Beruhigungstabletten greifen. http://www.spiegel.de/panorama/leute/0,1518,681850,00.html
und so oft nicht nachvollziehbar, z. B. was hat ein prämierter XN eingebracht für diesen Preis?1?!
3. Peinlich
lemming51 05.03.2010
Die Verleihung war m.E. eine selten peinliche Veranstaltung deutscher Piefigkeit und Provinzialität. Die Preiträger mögen den Echo zu Recht bekommen haben (Geschmackssache)aber das Drumherum..........??!!
Die Verleihung war m.E. eine selten peinliche Veranstaltung deutscher Piefigkeit und Provinzialität. Die Preiträger mögen den Echo zu Recht bekommen haben (Geschmackssache)aber das Drumherum..........??!!
4. Bitte geben Sie einen Titel für den Beitrag an!
Walter Sobchak 05.03.2010
Was war das fuer eine peinliche Veranstaltung. Sido hat schon die richtigen Worte gefunden. Und Pocher keinen Lacher bekommen. Danach habe ich wieder zu den TopModels geschaltet. Da werden jedenfalls keine Gebuehrengelder [...]
Was war das fuer eine peinliche Veranstaltung. Sido hat schon die richtigen Worte gefunden. Und Pocher keinen Lacher bekommen. Danach habe ich wieder zu den TopModels geschaltet. Da werden jedenfalls keine Gebuehrengelder verschwendet.
5. Peinlich
passau 05.03.2010
Die Veranstaltung war eine sehr peinliche Angelegenheit. Besonders der Moderator Opdenhövel ist eine Figur, die in keine solche Veranstaltung gehört. Die deutschen Preisträger und auch die Gäste waren wirklich gut und da hat [...]
Die Veranstaltung war eine sehr peinliche Angelegenheit. Besonders der Moderator Opdenhövel ist eine Figur, die in keine solche Veranstaltung gehört. Die deutschen Preisträger und auch die Gäste waren wirklich gut und da hat der Rahmen einfach gefehlt. Was haben sich wohl die ausländischen Gäste gedacht..... Sage nur hinterwäldlersich! Ist es nicht möglich bei einer solchen Veranstaltung, angeblich die Wichtigste dieser Art in Deuschland, zwei Moderatoren zu finden die Niveau haben?
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