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24.02.2012
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Cohen gegen Oscar-Macher

General Aladeens Schimpftirade

Paramount Pictures

Er war Borat, der verrückte Reporter aus Kasachstan und Brüno, der schwule Modejournalist. Nun will Comedian Sacha Baron Cohen als Diktator General Aladeen Furore machen - und legt sich werbewirksam mit den Oscar-Veranstaltern an.

Hamburg - General Aladeen trägt Militäruniform, sitzt auf einem protzigen Stuhl und grüßt den "großen Satan Amerika". Dann hebt er den Zeigefinger und sagt, er sei empört, dass die "Academy of Motion Pictures, Arts and Zionists" ihn von der Oscar-Veranstaltung ausgeladen habe. Wenn er seine Tickets nicht bis Sonntag 12 Uhr wiederbekomme, werde das "unvorstellbare Konsequenzen" haben.

Bevor jetzt Sorge vor einem neuen Krisenherd der Weltpolitik aufkommt: Hier droht mitnichten ein potenter Machthaber aus der arabischen Welt, sondern nur die neueste Figur des britischen Komikers Sacha Baron Cohen, die in der fiktiven Republik von Wadiya regiert. Die Tirade wurde auf einer Homepage zum neuen Film veröffentlicht.

"The Dictator" startet im Mai in den US-Kinos, da kann ein bisschen extra Aufsehen nicht schaden. So trifft es sich gut, dass Cohen ein PR-Profi ist. Und noch besser trifft es sich, dass die Oscar-Veranstalter voll auf das Vorhaben des 40-Jährigen anspringen.

Sie hatten Cohen gewarnt, den Roten Teppich am kommenden Sonntag für PR-Aktionen zu missbrauchen. "Wir haben ihn wissen lassen, wie wir darüber denken, den Roten Teppich für einen Werbegag zu nutzen, und warten auf seine Antwort", sagte eine Sprecherin.

Die Antwort kam nun in Form der Videobotschaft. Man darf davon ausgehen, dass Cohen weitere Aktionen folgen lässt. Bereits im Juni war er als Despot verkleidet auf einem Kamel durch New York geritten - ähnliches wird nun auch für die Oscar-Verleihung am Sonntagabend (Liveticker bei SPIEGEL ONLINE) erwartet.

Cohen ist berüchtigt für seine schrillen Auftritte. Um für "Borat" zu werben, tauchte er 2006 beim Filmfestival in Toronto in einem Karren auf, der von einer vermeintlichen Bäuerin gezogen wurde. Bei den MTV Movie Awards 2009 ließ er sich in seiner Rolle als schwuler Modejournalist Brüno von der Decke herabseilen und landete mit einem String-Tanga bekleidet im Schoß von Rapper Eminem. Später stellte sich heraus, dass dessen demonstrativ zur Schau gestellte Entrüstung abgesprochen war.

Bei der diesjährigen Oscar-Verleihung gibt es aber auch noch einen anderen Grund für Cohens Besuch: Er spielt in dem Film "Hugo" von Martin Scorsese mit, der in elf Kategorien nominiert ist.

hut/AFP

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